Hallo zusammen,
ich beschäftige mich ja schon länger mit dem kommenden Altersvorsorgedepot und möchte jetzt eine eigene Excel-Tabelle aufbauen, um die Kosten-Rendite-Relation selbst zu berechnen – unabhängig von Anbieter-Rechnern.
Mein Ansatz: Ich will die jährlichen Verwaltungsgebühren, TER der ETFs und eventuell Maklerkosten direkt gegen die realistische Rendite rechnen. Aber da bin ich mir unsicher:
1. Wie modelliere ich die Effektivkosten sauber ab? Soll ich monatliche oder jährliche Entnahmen von der Rendite abziehen?
2. Bei ETF-Renten – soll ich die Tracking Difference extra berücksichtigen oder ist die schon in der TER enthalten?
3. Macht es für die langfristige Betrachtung einen großen Unterschied, ob ich 0,3% oder 0,6% Gesamtkostenquote habe?
Am liebsten hätte ich eine Art Basis-Template, das ich für verschiedene Szenarien (unterschiedliche Spardauern, Renditeerwartungen) schnell anpassen kann. Habt ihr sowas schon gebaut oder Tipps zur Struktur?
Danke für Input!
Markus
Markus, guter Ansatz! Ich habe mir in meiner Vorbereitung auch so eine Tabelle gemacht. Meine Empfehlung: Mach zwei Spalten – eine für Brutto-Rendite (historische Marktrendite deiner ETFs) und eine für Netto-Rendite nach Kosten.
Die Gesamtkostenquote (TER + Verwaltungsgebühren) ziehe ich einfach als jährliche Prozentquote ab. Tracking Difference ist bei dem meisten großen ETFs vernachlässigbar klein – das brauchst du nicht extra modellieren.
Zur dritten Frage: Bei 40 Jahren Sparzeit macht 0,3% Unterschied ungefähr 20-25% weniger Kapital am Ende. Das ist deutlich. Also ja, lohnt sich die genaue Rechnung. Ich könnte dir meine Struktur per Mail skizzieren, wenn du willst.
Markus, ich kenne dein Detailbedürfnis 😉 Mein Tipp: Bau dir zuerst ein Basis-Modell ohne zu viele Variablen. Also:
– Eingabe: monatlicher Sparbetrag, Spardauer, jährliche Rendite (vorher), jährliche Gesamtkostenquote
– Berechnung: Zinseszins-Formel mit monatlicher Entnahme der Kosten
– Vergleich: Kapital nach Kosten vs. ohne
Das reicht vollkommen für den AVD-Vergleich zwischen Anbietern. Wenn du das später noch komplexer machen willst (Inflation, Rebalancing-Kosten etc.), passt das immer noch rein. Ich hätte auch ein Template aus meinen Standarddepot-Analysen – schreib mir gerne eine PN.
Guter Thread! Ich baue meine Entnahmestrategie auch mit Excel vor und muss dazu sagen: Die monatliche Kostenentnahme ist mathematisch am saubersten. Aber für die Planung-Phase (Sparzeit bis 2057 oder so) reicht die jährliche Vereinfachung wirklich aus.
Zu deinem Punkt 3 – der 0,3%-Unterschied ist nicht zu unterschätzen. Bei einer anvisierten Auszahlungsquote von 3-4% im Alter sind niedrige Kosten vorher dein größter Hebel neben der Sparquote selbst. Ich würde sagen: Jede Zehntel Prozent kostet dich später ca. 3-5 Jahre Ersparte Arbeitszeit. Das macht es lohnenswert, die Rechnung genau zu machen.
Mein Kommer-Post hat auch ein paar Rechen-Grundlagen, falls relevant für dich.
Kurz und praktisch: Kosten monatlich abziehen, nicht jährlich. Das entspricht eher der Realität und du siehst schneller, wie stark sich kleine Gebührenunterschiede aufzehren.
Was ich noch wichtig finde – auch die Frühstart-Rente für Kinder einplanen, da spielen die Kosten über 50 Jahre Laufzeit echt eine andere Rolle. Bei mir hat das die Sache stark vereinfacht.