Hallo zusammen,
ich beschäftige mich jetzt seit einer Weile intensiv mit dem Altersvorsorgedepot 2027 und habe mich dabei besonders mit den verschiedenen Fördermodellen auseinandergesetzt. Beim Thema Zeitrente bin ich auf ein Problem gestoßen, das mich ehrlich gesagt noch immer etwas verwirrt – und zwar die korrekte Einbindung des Förderbonus in Sparplanrechner.
Konkret geht es mir um folgendes: Wenn ich z.B. im Standarddepot monatlich 200 Euro einzahle und dann den staatlichen Förderbonus erhalte, wie behandle ich den im Rechner richtig? Addiere ich den Bonus einfach als zusätzlichen monatlichen Betrag oben drauf? Oder wird der Bonus nur einmal jährlich verrechnet und müsste dementsprechend anders modelliert werden?
Das macht bei langen Laufzeiten (ich rechne gern mit 30+ Jahren) durch den Zinseszinseffekt einen erheblichen Unterschied, ob ich den Förderbonus monatlich oder jährlich im Rechner abbilde. Manche Rechner haben dafür separate Felder, andere gar nicht.
Zusätzlich bin ich unsicher: Gehört der Förderbonus in die Einzahlungsseite (also erhöht er die Beitragsbasis) oder wird er getrennt davon gutgeschrieben und schlägt sich dann anders in der Renditeberechnung nieder?
Ich nutze selbst hauptsächlich Rechner, die auf Zeitrenten-Modellen basieren, und frage mich ob die Systematik hier überhaupt passt. Wäre super wenn jemand mit praktischer Erfahrung dazu was sagen kann – besonders ob es einen Standardweg gibt, den die meisten hier verwenden.
Ich machs ehrlich gesagt pragmatisch: Jahresbonus durch 12 geteilt, als fester monatlicher Zusatzbetrag eingetragen. Ja, das ist nicht 100% präzise, aber für eine grobe Planungsrechnung reicht mir das. Ich will wissen ob sich das Standarddepot für mich lohnt, nicht auf den Euro genau rechnen.
Der Unterschied zwischen monatlicher und jährlicher Abbildung macht bei realistischen Bonusbeträgen über 30 Jahre vielleicht 1-2% Abweichung im Endwert aus – das ist mir weniger wichtig als die Frage welchen ETF ich nehme und wie hoch meine tatsächliche Sparrate ist. Manchmal wird hier meiner Meinung nach zu viel über Modellierungsdetails nachgedacht.
Ich hab mich mit dem Frühstart-Modell beschäftigt und da ist das Problem mit dem Förderbonus im Rechner noch ausgeprägter, weil bei langen Laufzeiten ab Berufsstart die Modellierungsungenauigkeit über Jahrzehnte richtig ins Gewicht fällt.
Was ich für mich gelöst hab: Ich rechne den Eigenanteil und den Bonus komplett getrennt. Eigenanteil läuft als normaler Monatssparplan, der erwartete Jahresbonus kommt als separate Zeile mit jährlicher Einzahlung. Am Ende addiere ich die beiden Endwerte. Das ist zwar etwas umständlich, aber methodisch deutlich sauberer als den Bonus irgendwie auf Monatsbasis umzurechnen.
Ein Punkt den ich noch hinzufügen würde: Der Bonus hängt ja auch davon ab dass man den Mindestbeitrag tatsächlich erbringt. Wenn man das im Rechner nicht berücksichtigt und dann irgendwann eine Beitragspause einlegt, stimmt die ganze Förderprognose nicht mehr. Das sollte man im Hinterkopf behalten, gerade bei langen Horizonten. Zum Frühstart-Thread hatten wir das auch kurz angerissen.
Ich versteh die Grundfrage, bin selbst noch am Einarbeiten in das ganze System. Was mich dabei auch beschäftigt: Wenn ich den Förderbonus im Rechner einbeziehe – ist der dann eigentlich schon steuerpflichtig wenn er gutgeschrieben wird, oder erst bei der Auszahlung später? Das würde ja auch beeinflussen wie ich ihn in einer langfristigen Rechnung behandle.
Bei meinem alten Riester-Vertrag war das irgendwie anders geregelt und ich bin nicht sicher ob ich das 1:1 übertragen kann aufs neue Depot. Falls jemand das genau kennt wäre das für mich ne super Ergänzung zu dieser Diskussion hier 😊
Gute Frage, ich bin da ehrlich gesagt auch noch am Verstehen. Was ich bisher aus dem AltZertG rausgelesen hab: Der Förderbonus wird – soweit ich das verstehe – nicht monatlich ausgezahlt sondern einmal jährlich vom Staat zugebucht. Beitragsproportional bedeutet dabei, dass die Höhe des Bonus sich nach deinem tatsächlich eingezahlten Beitrag im Verhältnis zum Maximalbeitrag richtet. Also wer 100% des Maximalbetrags einzahlt kriegt auch 100% des möglichen Bonus, wer nur 50% einzahlt entsprechend die Hälfte.
Im Rechner würd ich das deshalb eher als jährliche Gutschrift modellieren und nicht als monatlichen Zusatzbeitrag. Ich hab das in einem anderen Thread schonmal diskutiert, hier zu Renditerechnern allgemein – da wurde auch angesprochen wie man sowas methodisch sauber einbaut. Ob die Zeitrenten-Systematik da passt, weiß ich allerdings nicht.