Hallo zusammen,
ich bin seit 8 Jahren im ETF-Sparplan unterwegs und kenne die TER-Diskussion natürlich. Aber jetzt, wo ich mich intensiv auf das Altersvorsorgedepot 2027 vorbereite, will ich das mal konkret durchrechnen für meinen Fall.
Ich plane, monatlich 500€ über 30 Jahre zu sparen. Bei meinem aktuellen Broker zahle ich für einen breit gestreuten MSCI World etwa 0,12% TER. Manche Anbieter des neuen Depots bieten mir aber nur Fonds mit 0,5% oder gar 0,7% an – und behaupten, das würde keinen großen Unterschied machen.
Wenn ich von einer realen Rendite von 5% p.a. ausgehe: Macht die 0,38%-Differenz bei der TER wirklich nur ein paar hundert Euro aus, oder sind wir hier bei mehreren tausend? Und wie rechne ich das sauber, wenn ich auch die Grundzulage miteinkalkuliere?
Meiner Erfahrung nach wird dieser Kosteneffekt oft unterschätzt. Hat jemand einen praktischen Rechner oder eine Excel-Vorlage, die das transparent abbildet – inklusive der Förderung?
Gute Frage, Marcus. Der Unterschied ist deutlicher als viele denken. Bei deinem Szenario (500€/Monat, 30 Jahre, 5% Brutto) sind wir schnell bei 3.000–5.000€ Unterschied zwischen 0,12% und 0,5% TER. Das ist kein Marketing-Argument, das ist schlicht Mathematik.
Wichtig: Du musst die Kostenquote auf deine tatsächliche Endkapitalsteigerung rechnen, nicht nur auf den anfänglichen Betrag. Die 0,38% wirken über drei Jahrzehnte. Ich nutze dafür ein Python-Skript, das die Kosten Jahr für Jahr vom Kontostand abzieht – das ist sauberer als pauschal zu rechnen.
Bei der Grundzulage: Sie wird auf deine Einzahlungen gewährt, reduziert aber nicht die TER-Belastung der Förderung selbst. Die Zulage unterliegt ja auch dem Marktrisiko. Mein Tipp: Vergleich die angebotenen Fonds wirklich konkret. Manche Anbieter sind bei der TER günstiger, wenn du genauer hinschaust.
Sehr relevant für mich als Selbstständiger, weil ich ja keine AG-Zuschüsse habe und deshalb noch vorsichtiger mit Gebühren sein muss. Wenn ich monatlich spare, sind die kleinen Unterschiede bei der TER für mich nicht zu ignorieren – das ist echtes Geld, das mir später fehlt.
Ich hab mir eine Exceltabelle gebaut, die Einzahlung × (1+Rendite–TER) jeden Monat neu rechnet. Das zeigt schnell, wie die Kostendifferenz wächst. Kann ich gerne teilen, wenn du willst. Die Frage ist nur: Will der Anbieter mir die nötigen Daten geben, um das selber zu modellieren?
Das ist eine wichtige Frage für die Planungssicherheit. Aus meiner Perspektive in der Auszahlungsphase interessiert mich da noch eine andere Seite: Wie transparent ist der Anbieter später, wenn diese Kosten anfallen? Ich habe bei meinen Recherchen zur nachgelagerten Besteuerung gemerkt, dass manche Anbieter die Kostenentwicklung im Alter schlecht kommunizieren.
Zum Rechnen selbst: Marcus hat recht mit der langfristigen Wirkung. Bei 0,5% TER über 30 Jahre auf ein Endkapital von etwa 350.000€ (sehr grob gerechnet) verlierst du netto eher 5.000–7.000€ als nur 3.000€. Das sollte in jedem seriösen Angebot transparent sein.
Kurze Zusatzfrage dazu: Rechnest du die Grundzulage auch als laufenden Ertrag mit rein? Wenn ich z.B. 500€ einzahle und 80€ Zulage bekomme, wirkt die Zulage ja auch 30 Jahre lang mit Zinseszins. Das sollte die relative TER-Belastung etwas senken, weil die Förderung ja auch wächst.
Ich bin noch dabei, meine optimale ETF-Strategie fürs neue Depot zu finden, und diese Kostenbetrachtung ist da zentral. Hast du die Zulage in deiner Rechnung schon einkalkuliert?