Hallo zusammen,
als Selbständiger in der Finanzbranche freue ich mich natürlich auf das neue Altersvorsorgedepot 2027, aber bei der praktischen Kalkulation komme ich ins Grübeln. Anders als meine angestellten Kollegen habe ich keinen AG-Zuschuss – jeder Euro kommt aus meiner eigenen Tasche.
Meine Frage: Wie kalkuliere ich sinnvoll meine Sparrate, ohne mich selbst zu überlisten? Ich möchte ja von der beitragsproportionalen Förderung profitieren, aber auch nicht so hoch einzahlen, dass mir am Monatsende das Geld für die Betriebskosten fehlt.
Gibt es einen Rechner, der diese Situation abbildet? Oder sollte ich eher mit einem fixen Prozentsatz meines Nettoeinkommens rechnen – weiß aber nie genau, wie hoch das ausfällt. Wie macht ihr das als Selbständige?
Besonders interessiert: Sollte ich eher konservativ starten und später erhöhen, oder von Anfang an maximal fördern?
Danke für praktische Tipps!
Hey Markus,
gutes Thema. Als IT-Freelancer sitze ich im gleichen Boot und hab mich da schon eingehend damit beschäftigt. Die meisten Standard-Rechner rechnen tatsächlich mit fixem Einkommen, da sind Selbständige schlecht abgebildet.
Mein Ansatz: Ich schau mir meine letzten 3 Jahre an, ermittle einen konservativen Durchschnitt und rechne dann 15-20% davon für das AVD ein. Das ist für mich realistisch, ohne das Geschäft zu gefährden. Dann kalkuliere ich durch, wieviel Förderung mir das bringt.
Für die Simulation nutze ich selbst Excel – die verfügbaren Rechner sind da zu starr. Hast du dich schon überlegt, ob du vom ersten Tag 2027 dabei sein willst, oder erst mit Verzögerung einsteigen möchtest?
Das ist genau die Frage, die ich mir auch stelle, nur mit Kinderzulagen im Hintergrund. Was viele übersehen: die beitragsproportionale Förderung ist an deine Eigenbeiträge gekoppelt – aber du musst auch das nachgelagerte Besteuerungsrisiko mit einrechnen.
Mein Tipp für Selbständige: Nicht nur die monatliche Sparrate kalkulieren, sondern parallel auch gute Jahre nutzen und Einmalzahlungen machen. Das verteilt das Risiko und maximiert über Zeit die Förderung. Saubere Rechnung braucht aber wirklich individuelle Parameter – welche Tools setzt du aktuell ein?
Bin da ehrlich gesagt noch nicht so tief eingestiegen bei der Selbständigen-Perspektive. Aber aus meinen ETF-Sparplan-Erfahrungen würde ich sagen: Starte mit einer Rate, die du wirklich 3-4 Jahre durchhältst, ohne Pausen machen zu müssen. Der Durchschnittskosteneffekt im Sparplan ist ja größer als eine zu hohe Quote, die du später senkst.
Zum Thema Rechner – hab mir mal die ZfA-Dokumentation angeschaut, aber da fehlt wirklich ein Tool für variable Einkommen. Markus, hast du dich mit den klassischen Versicherungsprodukten kombiniert mit ETFs schon auseinandergesetzt, oder geht deine Strategie rein in Fonds?
Ich verstehe das Problem, aber mich verwirrt noch mehr die nachgelagerte Besteuerung bei all dem. Wenn ich als Selbständige jetzt 300€/Monat einzahle und die Förderung bekomme – zahle ich dafür später nicht wieder Steuern auf alles? Wie rechnet man das bei der Sparrate ein? Das kriege ich noch nicht konsistent hin.
Würde mich interessieren, wie ihr das abbildet – oder ist das bei der Initialplanung noch zu weit weg?