Hallo zusammen,
stehe gerade vor einem Bieterverfahren für ein Reihenhaus in München und bin ziemlich nervös. Das Haus soll als langfristige Altersvorsorge dienen - selbst bewohnen bis zur Rente, dann eventuell vermieten oder verkaufen.
Der Makler hat bereits angedeutet, dass mehrere Interessenten da sind. Finanzierung steht (450k Budget), aber ich hab noch nie bei so einem Verfahren mitgemacht. Soll ich gleich mein Maximum bieten oder erstmal niedriger anfangen? Und wie läuft das ab - gibt es mehrere Runden oder ist es einmalig?
Besonders unsicher bin ich wegen der aktuellen Marktlage. Einerseits sind die Zinsen ja noch relativ hoch, andererseits sehe ich in München wenig Entspannung bei den Preisen. Da wir im Juli in den Urlaub fahren, würde ich das gerne vorher klären.
Hat jemand von euch schon mal erfolgreich bei einem Bieterverfahren mitgemacht? Welche Strategien haben funktioniert und was sollte man auf keinen Fall machen?
Danke für eure Hilfe!
Kann den Vorrednern nur zustimmen. Hab in meiner Laufbahn viele Bieterverfahren begleitet.
Ein Punkt den viele übersehen: Bonität und Finanzierungsnachweis sind genauso wichtig wie der Preis. Verkäufer wollen Sicherheit. Mit einer soliden Finanzierungsbestätigung der Bank kannst du auch mit einem etwas niedrigeren Gebot gewinnen.
Zum Timing: Juni/Juli ist traditionell eher ruhiger im Immobilienmarkt - viele sind im Urlaub oder planen ihn. Das könnte dir helfen, weniger Konkurrenz zu haben.
Mein Rat: Maximum definieren, davon 10% abziehen für erste Runde. Wenn's nicht klappt, wartest du auf bessere Gelegenheiten. München bleibt teuer, aber Panik ist der schlechteste Ratgeber bei Immobilien.
Hey S.Hofmann,
bin vor zwei Jahren durch so ein Verfahren in Frankfurt. Mein Tipp: Lass dich nicht vom Makler unter Druck setzen! Die erzählen gerne von "vielen Interessenten", auch wenn's nur 2-3 sind.
Ich hab damals eine Strategie gefahren: Erstmal 15k unter meinem Maximum geboten, dann geschaut was passiert. Bei der "finalen Runde" (die gab's dann doch) bin ich auf mein Limit gegangen. Hat geklappt.
Wichtig ist auch: Vorher genau kalkulieren was das Haus wirklich wert ist. Nicht nur auf den Maklerpreis schauen. Hab mir damals ähnliche Verkäufe in der Gegend angeschaut.
München ist halt echt hart umkämpft. Da würd ich ehrlich gesagt nicht zu zaghaft sein, wenn das Objekt wirklich passt. Die Preise gehen da nicht runter...
Bieterverfahren sind oft Psychospielchen. Hab als Selbständiger schon mehrere mitgemacht - nicht immer erfolgreich.
Meine Erfahrung: Die meisten Makler lassen 2-3 Bieterrunden laufen. Erste Runde ist oft nur zum Aussortieren. Richtig ernst wird's in der zweiten.
Was ich gelernt hab: Realistische Obergrenze setzen und dabei bleiben! Sonst überbietest du dich und bereust es später. Bei mir war's mal 30k zu viel - das tut heute noch weh.
Für die Altersvorsorge ist es wichtig, dass die Rechnung langfristig aufgeht. Lieber ein Objekt weniger, aber dafür finanziell solide. Wie ich hier schon mal geschrieben hab, als Selbständiger muss man besonders vorsichtig kalkulieren.