Hi zusammen,
ich arbeite seit 3 Jahren als freiberuflicher Grafikdesigner und hab ehrlich gesagt noch nicht so viel für die Rente gemacht. Jetzt mit dem neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 denke ich, dass das vielleicht endlich der richtige Zeitpunkt ist.
Mein Problem: mein Einkommen schwankt ziemlich stark. Letztes Jahr hatte ich 32.000€, dieses Jahr wird's wohl eher 25.000€ werden (Corona-Nachwehen und so). Manchmal hab ich gute Monate mit 4.000€, dann wieder welche mit nur 1.500€. Gerade jetzt im Sommer ist es oft etwas ruhiger, weil viele Kunden im Urlaub sind.
Wie soll ich da planen? Kann ich flexibel einzahlen oder muss das regelmäßig sein? Und was ist, wenn ich mal gar nichts verdiene - kann ich dann trotzdem was einzahlen von meinen Rücklagen?
Bin ziemlich unsicher, ob sich das für Leute wie mich überhaupt lohnt oder ob das eher für Angestellte gedacht ist. Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder Tipps?
Danke schonmal!
Hi RentenPro67,
als Selbständiger bist du definitiv berechtigt und das Altersvorsorgedepot ist sogar besonders für uns interessant! Du kannst völlig flexibel einzahlen - es gibt keinen Zwang zu regelmäßigen Beiträgen. In guten Monaten zahlst du mehr ein, in schlechten weniger oder gar nichts.
Wichtig: Du kannst bis zu 100% deines zu versteuernden Einkommens einzahlen (maximal aber die Höchstgrenze). Bei 25.000€ Einkommen wären das theoretisch 25.000€, praktisch würdest du natürlich weniger nehmen.
Mein Tipp: Leg dir einen festen Prozentsatz fest, z.B. 15% von jedem Auftrag direkt zur Seite. Das machst du automatisch und merkst es kaum. Bei schwankenden Einkommen ist Disziplin das A und O.
Und ja, du kannst auch von Rücklagen einzahlen, solange dein Gesamteinkommen im Jahr die Einzahlung rechtfertigt. Hier hab ich schon mal über den Wechsel von anderen Systemen geschrieben - vielleicht hilft das auch.
Frank hat das schön erklärt! Ich würde noch ergänzen: Gerade für Selbständige ist die steuerliche Förderung super attraktiv, weil wir ja oft höhere Steuersätze haben als Angestellte.
Ein praktischer Tipp für die schwankenden Einkommen: Richte dir ein separates Konto ein und überweise jeden Monat einen Mindestbetrag dorthin (auch wenn's nur 100€ sind). In guten Monaten stockst du auf. So hast du immer was zum Einzahlen parat.
Die Höchstbeträge für 2026 kennst du ja sicher schon. Ab 2027 wird's dann noch flexibler.
Stimme den anderen zu, würde aber vorsichtig sein mit zu hohen Einzahlungen am Anfang. Als Freelancer brauchst du Liquidität für schlechte Zeiten.
Ich würd erstmal klein anfangen - vielleicht 200-300€ pro Monat wenn möglich. Das Depot läuft ja bis zur Rente, da ist Zeit der wichtigste Faktor, nicht die Höhe der Einzahlung.
Und noch was: Im Sommer ist bei vielen Selbständigen Flaute, das kenn ich. Nutz die Zeit vielleicht, um dich richtig ins Thema einzulesen, bevor es im Januar 2027 losgeht.