Hi zusammen, ich bin 25 und will ab Januar 2027 richtig mit dem Altersvorsorgedepot durchstarten. Mein Plan ist ein breiter ETF-Mix mit etwas Rohstoff-Exposure für Diversifikation. Aber ich bin mir unsicher bei Agrarrohstoffen – Weizen, Zucker, Kakao, etc. Einerseits verstehe ich die Logik: Rohstoffe schwanken anders als Aktien, können inflationsschutzend wirken. Andererseits liest man immer wieder, dass Agrarrohstoff-Spekulation Lebensmittelpreise treibt und das besonders in Schwellenländern problematisch ist.
Wenn ich mit meinem Geld Agrar-Futures oder entsprechende ETFs kaufe – trage ich dann indirekt dazu bei, dass Nahrungsmittel teurer werden? Oder ist das eine zu einfache Sicht?
Wie geht ihr damit um? Plant ihr gezielt Agrarrohstoffe ins AVD 2027 ein oder haltet ihr davon lieber ab? Und welche Quellen nutzt ihr, um solche Fragen fundiert zu beantworten?
Gute Frage, die mich auch beschäftigt. Ich hatte ja meine ESG-Gedanken hier schon mal aufgeschrieben, und Agrarrohstoffe sind genau das Thema, das zwischen reiner Finanzlogik und echten Wertentscheidungen spannt. Faktencheck: Ja, es gibt wissenschaftliche Belege, dass Rohstoff-Spekulation Preisvolatilität erhöht – aber ob das allein Hungerkrisen verursacht, ist komplexer. Trotzdem: Wenn du dein Gewissen dabei nicht beruhigen kannst, ist das ein ernstzunehmendes Signal. Für das AVD 2027 würde ich eher auf Rohstoff-ETFs schauen, die Agrarrohstoffe ausschließen oder begrenzen – es gibt inzwischen viele, die sich auf Energie und Metalle konzentrieren. Deine langfristige Motivation ist wichtiger als ein paar Basispunkte Rendite.
Das ist die richtige Frage, aber ich würde skeptisch gegenüber simplen Antworten bleiben. Die Wirkungsketten sind empirisch schwer nachzuweisen. Studien des UNCTAD zeigen: Die Spekulation auf Agrarrohstoffen hat unter bestimmten Bedingungen tatsächlich zu Preissprüngen beigetragen, aber Wetterrisiken, Überproduktion und geopolitische Faktoren spielen oft eine größere Rolle. Für dein Depot im AVD 2027: Prüfe die genaue Zusammensetzung des ETFs – nutzt er börsengehandelte Futures (höhere Hebelwirkung) oder eher physische Rohstoffunternehmen? Zweiteres ist stabiler. Und kalkuliere: Agrarrohstoff-ETFs haben oft höhere Gebühren und Hidden Costs durch Rollovers. Bei einem 25-Jahre-Horizont könnte das Rendite aufzehren.