Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit längerer Zeit intensiv mit der Optimierung der beitragsproportionalen Förderung im neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 und helfe anderen gerne bei ETF-Strategien weiter. Dabei stellt sich mir eine grundsätzliche Frage, die ich bisher nicht vollständig beantwortet gefunden habe:
Wenn ich neben klassischen Aktien- und Rentenpapier-ETFs auch eine kleinere Rohstoff-Quote (sagen wir 8–12%) aufbaue – kann das praktisch die Förderrendite schmälern? Oder ist das aus Sicht der Förderung völlig neutral?
Mein Gedanke: Die Förderung basiert ja auf meinen Beitragszahlungen, nicht auf der konkreten Wertentwicklung. Trotzdem frage ich mich, ob es indirekt Auswirkungen gibt – etwa durch TERs bei Rohstoff-ETFs oder ob die Anrechenbarkeit für die Förderung anders ist.
Wie seht ihr das? Macht es Sinn, die Quote klein zu halten oder kann man mit Rohstoffen ruhig 10–15% des Depot-Volumens allocaten, ohne dass es die Fördereffektivität senkt?
Freue mich auf eure Erfahrungen!
Kurz gefragt: Wie viel Zeit willst du mit Rohstoff-Monitoring verbringen? Bei mir als Projektmanager – ehrlich gesagt: keine. Darum halte ich mich beim Standarddepot streng an breit gestreute Aktien- und Renten-ETFs. Rohstoffe sind dann eine Überlegung wert, wenn man wirklich Zeit hat für die Asset-Allocation-Justierung. Für die meisten reicht ein simpler Ansatz völlig.
Also ich bin ehrlich gesagt bei Rohstoffen noch total unsicher. Du schreibst, dass die Förderung neutral ist – aber wenn ich mit Rohstoffen insgesamt weniger Rendite mache, zahlt sich das nicht wieder rein, oder? Sprich: Wenn ich statt 7% nur 5,5% Gesamtrendite habe wegen höherer Kosten, verliere ich auf lange Sicht doch massiv Geld, selbst wenn die Förderung gleich ist?
Und dann diese Währungsrisiken – wenn der Euro stark wird und der Rohstoffpreis in USD sinkt, kommen da noch Verluste drauf, die ich in meinem Welt-ETF nicht hätte?
Wie kalkulierst du das ein? Gibt es dazu konkrete Daten oder Studien?
Das ist eine wichtige Frage für die langfristige Kapitalmarktplanung. Aus meiner Analyse der Produktregeln: Die Förderung ist tatsächlich allokationsneutral. Es zählt die Summe deiner Beiträge, nicht deren Verwendung.
Allerdings – und das ist der entscheidende Punkt – sollte man Rohstoffe unter dem Gesichtspunkt "reale Kaufkraft im Ruhestand" bewerten, nicht primär unter Fördergesichtspunkten. Rohstoffe haben eine niedrigere Renditeerwartung als Aktien über 30+ Jahre. Ein höherer TER bei gleichzeitig niedrigerem erwarteten Return ist mathematisch ungünstig.
Meine Empfehlung: Maximal 5–8% Rohstoffe, eher als taktische Absicherung bei Inflationsrisiko denn als Kernbestandteil.