Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit der Frage, welche Rohstoff-Positionen ich ab 2027 ins Altersvorsorgedepot aufbauen soll. Dabei bin ich auf ein Problem gestoßen, das mir bei meinen bisherigen Analysen zu Effektivkosten nicht ausreichend klar war:
Viele Rohstoff-ETCs (besonders bei Edelmetallen und Energierohstoffen) haben zwar moderate TERs von 0,4–0,8 %, aber der tatsächliche Tracking Error – also die Abweichung von ihrem Benchmark – liegt oft bei 1–2 % pro Jahr. Das bedeutet, dass der Index selbst schon schlechter läuft als der Spot-Preis.
Meine Frage: Wie berechne ich den echten Renditeeffekt dieser Tracking Errors in Kombination mit der nachgelagerten Besteuerung ab 2027? Werden die Steuerstundungseffekte durch diese permanente Underperformance aufgezehrt, oder relativiert sich das über 30+ Jahre Haltedauer wieder?
Hat jemand hier konkrete Erfahrungen mit Rohstoff-ETCs gemacht und kann mir helfen, das richtig einzupreisen?
Tracking Error bei Rohstoff-ETCs frisst definitiv was weg, da hast du recht.
Das ist eine sehr berechtigte Frage, Markus. Der Tracking Error ist tatsächlich oft das Hidden-Cost-Problem, das gerade Anfänger übersehen. Bei Edelmetall-ETCs spekuliert man ja letztlich auch auf Lagerungskosten und Finanzierungsprämien – die drücken dauerhaft. Über 30 Jahre ist das kein Rauschen, sondern ein strukturelles Renditedefizit.
Meine Erfahrung: Bei breit gestreuten Rohstoff-Indices (nicht Einzelmetalle) liegt der echte Drag bei etwa 0,6–0,9 % pro Jahr. Die nachgelagerte Besteuerung kompensiert das nur, wenn dein Grenzsteuersatz im Alter deutlich unter deinem aktuellen liegt – und das ist nicht immer der Fall.
Ich würde dir raten, vorher eine Sensitivitätsrechnung zu machen: Rohstoff-ETCs mit Tracking Error in die Vermögensaufbau-Simulation einbauen und parallel ein Szenario ohne Rohstoffe durchrechnen. Manchmal ist der Diversifikationsvorteil die Kosten wert, manchmal nicht.