Mich beschäftigt gerade eine grundsätzliche Frage zur Rohstoff-Strategie im neuen Altersvorsorgedepot ab 2027: Viele sprechen von Rohstoffen als Krisenabsicherung, aber ich beobachte gerade im Sommer, dass Ölpreise und Edelmetalle durchaus volatil reagieren auf geopolitische Spannungen.
Ich vergleiche gerade verschiedene ETF-Kombinationen für mein Depot und überlege, ob ein konstanter Rohstoff-Anteil (z.B. 10-15%) die bessere Strategie ist, oder ob ich taktisch reagieren sollte – also in stabilen Zeiten reduzieren und in Krisen ausbauen. Dazu kommen ja auch die Kosten: Rohstoff-ETFs haben oft höhere TER als klassische Aktien-ETFs, und ich möchte kalkulieren, wie sich das auf meine effektive Förderrendite auswirkt.
Wie seht ihr das? Gibt es ein Standard-Gewichtungs-Modell, das die meisten für das neue Depot planen, oder bleibt das sehr individuell? Und lohnt sich die taktische Anpassung überhaupt, wenn man 30+ Jahre spart?
Max, ich schaue mir die Rohstoffbewegungen seit Monaten an und bin eher skeptisch gegenüber taktischem Timing. Der Sommer zeigt ja: Ölpreise reagieren auf Nahost-News, aber die Korrelationen zu Aktien-ETFs sind nicht so stabil wie viele denken. Mein Portfolio-Modell fährt konstante 8-10% Rohstoffe und nutzt dafür hauptsächlich Breiten-Rohstoff-ETFs statt einzelner Positionen. Diversifikation schlägt Timing, das zeigt die Historie.
Gute Frage, Max. Aus meiner Erfahrung würde ich dir raten, bei Rohstoffen eher eine konstante, moderate Beimischung zu fahren statt taktisch zu timen. Krisenzeiten sind ja gerade dann schwer zu erkennen, wenn man sie hätte erkennen sollen. Mein Tipp: 10-12% Rohstoff-ETFs im Depot, dafür gezielt auf niedrige Kostenquoten achten. Mit 30+ Jahren Sparzeit gleichen sich die Schwankungen aus, und du hast den psychologischen Vorteil, nicht ständig umschichten zu müssen.
Kurze Gegenfrage: Hast du schon mal durchgerechnet, wie oft du dich verrechnen müsstest, damit taktisches Timing besser ist als einfach die Gebühren zu sparen? Ich bin noch jung und halte Rohstoffe eher für Anfänger-Komplexität.