Ich bin jetzt nicht der Rohstoff-Experte, aber ich kenn das Thema Währungsrisiko noch aus meiner Zeit mit älteren Produkten. Beim Riester-Wechsel hab ich mich damit auch schon befasst.
Das grundsätzliche Problem bleibt: Solange Öl, Gold, Kupfer und Co. in Dollar bewertet werden, ist das Währungsthema nicht wegzubekommen. Periode.
Was ich aber ergänzen möchte: Es gibt durchaus die Sichtweise, dass ein Euro-Anleger durch den Dollar-Anteil eine gewisse Diversifizierung bekommt. Wenn der Euro schwächelt – und das ist in den letzten Jahrzehnten öfter passiert – dann steigen die Rohstoffpreise in Euro gerechnet automatisch mit. Das ist kein reines Risiko, sondern kann auch schützend wirken.
Für jemanden der langfristig für die Rente spart, würde ich das Hedging ehrlich gesagt weglassen. Die zusätzlichen Kosten fressen Rendite, und über 20-25 Jahre sehe ich da keinen klaren Mehrwert. Aber das ist natürlich meine persönliche Einschätzung, ich bin kein Finanzberater.
Das ist eine Frage, die ich mir beim Thema nachgelagerter Besteuerung auch mal am Rande gestellt habe – letztlich hängen Renditeerwartungen und Kostenstruktur ja zusammen. Ich hab dazu hier im Steuer-Thread schon was zu Planbarkeit bei langem Horizont geschrieben.
Zum konkreten Thema: Währungsgesicherte Rohstoff-ETFs gibt es tatsächlich, aber das Hedging kostet – je nach Zinsunterschied zwischen Euro und Dollar kann das aktuell grob 1,5 bis 2,5 Prozent pro Jahr ausmachen. Bei einem langen Anlagehorizont von 20+ Jahren ist das nicht nichts, das summiert sich erheblich.
Dazu kommt: Über sehr lange Zeiträume gleichen sich Währungsschwankungen historisch gesehen oft aus. Professionelle Langfristanleger sichern deshalb Rohstoffpositionen häufig bewusst NICHT ab, weil der Dollar manchmal auch als natürlicher Hedge gegen Euro-Schwäche fungiert.
Europäische Minenaktien klingen verlockend, aber auch die verkaufen ihre Produkte meist in Dollar – das Währungsrisiko steckt da trotzdem drin, nur eine Ebene tiefer.
Meine Einschätzung: Bei 20-25 Jahren Horizont würde ich das Hedging-Thema nicht überbewerten. Die Kosten dafür dürften den Nutzen in den meisten Szenarien übersteigen.