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[Gelöst] Rentenversicherung mit Inflationsschutz – was gibt es wirklich?

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Werner78
Beiträge: 57
Themenstarter
(@werner78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#135]

Hallo zusammen,

ich sitze gerade hier im Urlaub (endlich mal eine Woche Auszeit im Sommer) und nutze die ruhigen Abende um mich intensiver mit meiner Altersvorsorge-Strategie zu beschäftigen. Dabei komme ich immer wieder auf dasselbe Problem: klassische Rentenversicherungen bieten mir eine garantierte Rente – aber was bringt mir die in 25 Jahren noch, wenn die Inflation die Kaufkraft aufgefressen hat?

Ich habe schon etwas von sogenannten Überschussbeteiligungen gelesen, die die Versicherer auszahlen sollen. Aber wie verlässlich ist das wirklich? Wenn der Versicherer schlechte Jahre hat, fällt die Überschussbeteiligung ja weg – und dann sitze ich mit der blanken Garantierente da.

Andere Möglichkeiten die ich kenne:
- Dynamisierung der Beiträge
- Indexklauseln (aber die scheinen mir oft sehr undurchsichtig)
- Verrentung mit steigender Rente (z.B. +1% oder +2% p.a.) von Anfang an – aber dann startet man mit einer deutlich niedrigeren Anfangsrente

Ab 2027 kommt ja das neue Altersvorsorgedepot. Aber ich frage mich: gibt es bei klassischen Rentenversicherungen, die vielleicht als Ergänzung zum AVD laufen, überhaupt realistische Wege, den Inflationsschutz einzubauen? Oder ist das bei Garantieprodukten strukturell einfach nicht lösbar?

Bin gespannt auf eure Einschätzungen.


2 Antworten
Max K.
Beiträge: 34
(@fruehstartmax96)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurze Antwort: strukturell ist das tatsächlich ein echtes Problem bei klassischen Produkten, da hast du recht.

Die meisten Versicherer bieten entweder eine konstante Rente oder eben die steigende Variante – aber wie du selbst schreibst, erkauft man sich den Inflationsausgleich durch eine deutlich niedrigere Startrente. Bei +2% p.a. kann die Anfangsrente schon mal 20-25% unter der Konstantrente liegen. Ob sich das lohnt, hängt von der eigenen Lebenserwartung ab, was niemand wirklich weiß.

Überschussbeteiligung klingt gut, ist aber tatsächlich kein verlässlicher Inflationsschutz – das hat die Niedrigzinsphase der letzten Jahre klar gezeigt. Da wurde bei vielen Verträgen kaum noch was ausgeschüttet.

Ich hab mich im Zuge der Vorbereitung aufs AVD 2027 intensiver mit Anbietern beschäftigt (hatte dazu auch schon mal im Thread zu neuen Anbietern fürs Altersvorsorgedepot geschrieben) und mein persönlicher Eindruck ist: für echten Inflationsschutz bei der Auszahlung ist das ETF-basierte AVD-Depot langfristig deutlich besser geeignet als klassische Garantieprodukte. Klassische RV eher als kleine Absicherungsbasis, nicht als Hauptvehikel.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 28
(@kinderzulagepro7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Da muss ich FruehstartMax96 zumindest teilweise widersprechen – oder zumindest ergänzen.

Es gibt durchaus Konstellationen, in denen eine klassische RV mit eingebautem Rentensteigerungsmechanismus Sinn macht, z.B. wenn man bewusst ein Langlebigkeitsrisiko absichern will und weiß, dass man bei sehr hohem Alter (90+) dann von den Steigerungen profitiert. Das ist keine schlechte Strategie für den Teil der Vorsorge, der die Grundversorgung sichert.

Aber du fragst nach dem 'wie' – und da bin ich ehrlich: die meisten standardisierten Lösungen der Versicherer sind begrenzt. Indexklauseln die du erwähnst sind oft an den Verbraucherpreisindex (VPI) geknüpft, klingen gut, sind aber häufig gedeckelt (z.B. max. 3% p.a. Anpassung) und greifen nur wenn der Vertrag ausreichend Überschüsse generiert. In schlechten Jahren passiert da wenig.

Für echten Inflationsschutz wäre mein Rat: klassische RV als Basisschutz, aber den Großteil der Altersvorsorge ab 2027 ins Altersvorsorgedepot mit breit gestreutem ETF-Anteil. Die reale Rendite über Jahrzehnte schlägt jeden Garantiezins – das zeigen die Daten klar. Das Risiko muss man aber aushalten können.


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