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Rürup-Rente 2026: Lohnt sich das für Selbständige noch?

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WolfgangK
Beiträge: 40
Themenstarter
(@wolfgangk)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#140]

Hallo zusammen,

ich mache mir gerade Gedanken über meine Altersvorsorge und komme nicht so recht weiter. Bin selbständig, schon seit einigen Jahren, und zahle natürlich keine gesetzliche Rentenversicherung. Bisher hab ich die Rürup-Rente immer als das klassische Instrument für Leute wie mich gesehen – hohe Steuerersparnis, passt für Selbständige ohne GRV-Zugang.

Aber jetzt, wo das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 kommt, stellt sich mir die Frage: Macht es noch Sinn, in 2026 einen neuen Rürup-Vertrag abzuschließen oder aufzustocken? Oder ist das quasi ein auslaufendes Modell, das man besser links liegen lässt?

Was mich konkret beschäftigt:
– Rürup ist ja bekannt für hohe Kosten und wenig Flexibilität. Man kommt da nicht mehr raus.
– Steuerlich ist es natürlich attraktiv, gerade wenn man ein gutes Jahr hatte – und ich muss gestehen, dieses Jahr lief bislang ganz ordentlich.
– Aber wenn das AVD 2027 ähnliche Steuervorteile bringt und dazu noch flexibler ist, warum dann jetzt noch in Rürup reinbuttern?

Ich wäre für jede Einschätzung dankbar, besonders von anderen Selbständigen. Hat hier jemand beide Produkte verglichen oder kennt sich mit den konkreten Unterschieden aus? Ich möchte das eigentlich vor dem Sommer noch klären, damit ich beim Steuerberater-Termin im Herbst vorbereitet bin.

Danke schon mal!
Wolfgang


3 Antworten
Thomas-Berger
Beiträge: 58
(@thomas-berger)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Wolfgang, ich kenn das Thema gut – hab mich selbst mit den Förderinstrumenten für Selbständige auseinandergesetzt, gerade im Kontext der Unsicherheiten rund ums neue System. Hatte dazu auch was im Freelance & Förderung-Thread geschrieben.

Kurz meine Einschätzung: Rürup ist 2026 für Selbständige mit gutem Einkommen durchaus noch sinnvoll – aber nur wenn du weißt, was du tust. Der Steuerabzug ist maximal attraktiv, 2026 kannst du 100% der Beiträge absetzen (bis zum Höchstbetrag). Das ist real.

Das Problem ist die Illiquidität. Da kommt man nicht raus. Wenn du also in den nächsten 10-15 Jahren nicht ausschließen kannst, dass du das Kapital brauchst – Finger weg. Das AVD 2027 wird da flexibler sein, auch wenn die genauen Entnahmeregelungen noch nicht vollständig festgezurrt sind.

Meine Empfehlung: nicht entweder-oder denken. Wer jetzt gut verdient, kann in 2026 noch gezielt Rürup-Beiträge nutzen und ab 2027 parallel das AVD aufbauen. Der Steuerberater-Termin im Herbst ist auf jeden Fall der richtige Ort dafür – bring Zahlen mit, nicht nur Bauchgefühl.


Antwort
Heinrich67
Beiträge: 60
(@heinrich67)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich seh das ehrlich gesagt etwas skeptischer als die Vorredner. Rürup ist und bleibt ein unflexibles Konstrukt, das vor allem Versicherern nützt. Für jemanden mit schwankendem Einkommen – und das ist bei Selbständigen die Realität – ist eine lebenslange Bindung mit kaum Ausstiegsmöglichkeit problematisch. Ich hab mich selbst mit dem Thema wechselnde Einkommenssituation beschäftigt, da hab ich schnell gemerkt wie wichtig Flexibilität ist.

Dass du dieses Jahr gut läufst, ist schön. Aber nächstes Jahr? Übernächstes? Die Steuerersparnis klingt toll, aber man zahlt sie im Alter wieder. Und zu welchem Satz, weiß heute keiner.

Bevor du in einen neuen Rürup-Vertrag gehst, würde ich wirklich warten bis klar ist wie das AVD 2027 für Selbständige konkret ausgestaltet wird. Halbes Jahr Geduld kann viel Geld sparen.


Antwort
Julia K.
Beiträge: 36
(@juliak82)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hi Wolfgang,

interessante Frage – ich hab mich vor einiger Zeit auch damit beschäftigt, allerdings aus einer anderen Perspektive als Angestellte. Aber das Grundprinzip kenne ich: Wann lohnt sich noch ein bestehendes Förderinstrument, wenn ein neues in Sichtweite ist?

Was ich dazu sagen kann: Rürup und das kommende Altersvorsorgedepot bedienen im Kern unterschiedliche Bedürfnisse. Rürup ist primär auf maximale Steuerersparnis im Jetzt ausgelegt – du zahlst ein, senkst dein Einkommen, zahlst später Steuern auf die Rente. Das lohnt sich besonders, wenn du jetzt in einem hohen Steuersatz bist. Das AVD 2027 setzt dagegen eher auf staatliche Zulagen und langfristigen Kapitalaufbau mit mehr Flexibilität.

Für dich als Selbständiger ohne GRV-Zugang könnte Rürup tatsächlich noch relevant bleiben, zumindest parallel zum AVD. Die Frage ist eher: wie hoch ist dein aktueller Grenzsteuersatz, und wie viel willst du wirklich langfristig binden?

Ich hab mich selbst intensiver mit dem frühen Einstieg ins AVD beschäftigt, weil ich noch viel Zeit bis zur Rente habe – das war Thema in einem anderen Thread hier. Aber eure Ausgangslage als Selbständige ist eben nochmal eine ganz andere.


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