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Rohstoffinvestments ohne Währungsrisiko – geht das überhaupt?

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Markus B.
Beiträge: 24
Themenstarter
(@frhrenteplaner7)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#136]

Hallo zusammen,

ich plane ja schon seit längerem fürs Altersvorsorgedepot 2027 und beschäftige mich gerade intensiver damit, wie ich Rohstoffe sinnvoll einbinden kann. Ein Punkt der mich dabei immer wieder beschäftigt: das Währungsrisiko.

Die meisten Rohstoffe – Gold, Öl, Kupfer, was auch immer – werden international in US-Dollar gehandelt. Als Euroanleger trage ich also immer ein doppeltes Risiko: den Rohstoffpreis selbst, und dann noch die EUR/USD-Entwicklung obendrauf. Das kann in beide Richtungen gehen, klar, aber es macht die Sache eben schwerer planbar.

Jetzt hab ich gelesen, dass manche ETFs währungsgesichert (also 'hedged') angeboten werden. Klingt erstmal gut – aber ich frage mich, ob das wirklich so einfach ist. Was kostet dieses Hedging tatsächlich? Und macht es bei einem langen Anlagehorizont von vielleicht 20-25 Jahren überhaupt Sinn, das zu bezahlen?

Alternativ: Gibt es Rohstoff-Investments, die von Haus aus kein oder kaum Währungsrisiko haben? Zum Beispiel europäische Minenaktien oder irgendwas anderes das ich noch nicht auf dem Schirm habe?

Wäre super wenn jemand hier praktische Erfahrungen oder konkrete Einschätzungen hat. Ich stehe noch ganz am Anfang bei dem Thema.

Danke schon mal!


6 Antworten
LauraK
Beiträge: 44
(@laurak)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich bin da etwas pragmatischer als die Vorposter. Ich hab mich beim Thema Einstieg und Kostenplanung – ich hatte das mal hier im Sparraten-Thread angesprochen – auch gefragt, wie viel Komplexität man sich wirklich ins Depot holen will.

Beim Währungsthema würde ich mal so unterscheiden: Wenn Rohstoffe nur ein kleiner Depotanteil sind, vielleicht 5-10%, dann ist das Währungsrisiko daraus absolut gesehen überschaubar. Du hast ja den Rest des Depots in Euro-denominierten oder zumindest europäisch orientierten Anlagen.

Gesichertte ETFs (hedged) gibt es tatsächlich für Gold z.B. bei einigen Anbietern. Aber wie MarcusHeld oben schreibt, kostet das gerade wirklich spürbar. Ich würd mir das gut überlegen ob das wirklich nötig ist.

Was mich noch interessiert: Hast du konkret schon bestimmte Rohstoffklassen im Kopf oder ist das noch völlig offen? Das macht bei der Frage eigentlich einen Unterschied, weil z.B. Gold nochmal anders zu betrachten ist als Industriemetalle.


Antwort
Mia K.
Beiträge: 18
(@mia_k_1999)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich find das Thema ehrlich gesagt mega interessant, auch wenn ich noch relativ neu bei dem ganzen Vorsorge-Thema bin. Was ich beim Vergleichen von ETF-Kosten gelernt hab (hab mich da hier intensiv eingelesen) ist: versteckte Kosten summieren sich brutal über lange Zeiträume.

Beim Währungshedging ist das glaub ich ähnlich. 1,5-2% pro Jahr klingt nach wenig, aber über 25 Jahre Ansparphase? Das ist ein signifikanter Teil der Gesamtrendite der einfach weg ist.

Ich persönlich würde für ein Altersvorsorgedepot eher darauf verzichten und einfach das Währungsrisiko als Teil des Gesamtrisikos akzeptieren. Man kann ja auch argumentieren: wenn eh alles in 25 Jahren ausgezahlt wird, spielt der EUR/USD-Kurs zu dem Zeitpunkt die entscheidende Rolle – und den kann man heute sowieso nicht vorhersagen, egal ob man zwischenzeitlich hedgt oder nicht.

Grundlegende Frage noch: Werden im Altersvorsorgedepot 2027 eigentlich alle ETF-Varianten zugelassen sein, also auch hedged-Versionen? Das weiß hier vielleicht jemand genauer?


Antwort
Marco_8763
Beiträge: 23
(@marco_8763)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Da muss ich kurz was ergänzen was bisher noch nicht so klar war: Es gibt auch physisch hinterlegte Gold-ETCs mit Euro-Hedging. Die Kosten dafür liegen je nach Anbieter aktuell tatsächlich bei rund 1,5-2% p.a. zusätzlich zur normalen TER. Bei Gold das historisch sowieso eher moderate Renditen hat, ist das halt echt ne Menge.

Alternative die kaum jemand erwähnt: XETRA-Gold oder ähnliche physische Goldprodukte die in Euro geführt werden, haben kein direktes Währungsrisiko im Sinne von Kontrahentenrisiko durch Hedging – aber der Goldpreis selbst ist halt noch immer in Dollar. Komplett raus kommst du da also auch net.

Ich hab mich bei der Aufholfrage im anderen Thread schon mal zur Gesamtstrategie geäußert – mein Fazit war ähnlich: Kosten klein halten ist langfristig oft wichtiger als das letzte Prozent Absicherung.


Antwort
S.Bergmann
Beiträge: 54
(@s-bergmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Kurz und direkt: Nein, wirklich währungsneutrale Rohstoffinvestments gibt es kaum. Rohstoffe sind nun mal ein globaler Dollarmarkt, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Wer das vollständig hedgen will, zahlt dafür – und ob sich das lohnt, hängt stark vom Zinsniveau im jeweiligen Jahr ab. Im Moment ist das teuer.


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