Hallo zusammen,
ich analysiere gerade systematisch verschiedene Rohstoff-ETF-Strategien für mein Altersvorsorgedepot ab 2027 und bin auf ein interessantes Problem gestoßen: Die meisten Rohstoff-ETFs sind in USD denominiert oder haben zumindest starke USD-Komponenten, was zu Währungsrisiken führt.
Meine Frage: Wie wirkt sich ein Währungshedging (EUR/USD) auf die tatsächliche Effektivrendite aus, wenn ich die Förderung des AVD einrechne? Ist ein gehexter ETF mit höheren TER (typisch +0,3-0,5% p.a.) besser als ein ungehexter mit dem Währungsrisiko?
Ich habe versucht, die Szenarien durchzurechnen – historisch betrachtet hätten die Hedges in bestimmten Phasen Sinn gemacht, in anderen waren sie purer Kostenvernichter. Aber wie plane ich das realistisch über 30+ Jahre?
Hat jemand von euch praktische Erfahrungen damit, wie sich das Hedging auf die nachgelagerte Besteuerung auswirkt? Interessiert mich auch, ob die Förderung das Risiko anders bewertet.
Danke für Input!
Interessanter Punkt, David. Als Immobilienmakler habe ich eine andere Perspektive: Mein Portfolio ist ohnehin EUR-schwer. Wenn ich Rohstoffe ins AVD nehme, dann eher wegen der USD-Exposition – als natürliche Absicherung gegen Entwertung in meiner heimischen Währung.
Für mich persönlich ist ungehedgt besser. Die 0,3-0,5% TER Mehrkosten erscheinen mir als Versicherungsprämie zu hoch für etwas, das langfristig mein Portfolio breiter macht. Hast du die Korrelationen mit den anderen AVD-Komponenten durchgerechnet? Das könnte entscheidender sein als das Hedging selbst.
David, gute Frage – das sehen viele Sparer zu isoliert. Kurz zur praktischen Seite: Bei der Förderberechtigung des AVD zählt nur, dass der ETF zugelassen ist. Ob gehedgt oder nicht, spielt förderrechtlich keine Rolle. Die Zulagen fließen unabhängig davon.
Das eigentliche Problem ist die Kostenrechnung, die du richtig erkannt hast. Mit 0,4% zusätzliche TER für Hedging brauchst du über lange Zeiträume sehr volatile USD-Phasen, um das auszugleichen. Bei meinen Förderkunden sehe ich oft: Wer den Horizont hat (2027 bis Rente), sollte das Währungsrisiko eher als Feature sehen – auch weil die Diversifikation hilft. Aber das ist eine Portfolio-Entscheidung, nicht primär eine Förder-Frage.
Da möchte ich Stefan widersprechen – oder zumindest nuancieren. Als Pensionär mit Steuer-Fokus ist für mich genau die Frage relevant: Wie wirkt sich Hedging auf die nachgelagerte Besteuerung aus? Ein gehexter ETF mit stabilerem EUR-Wert macht die Steuerkalkulation durchsichtiger. Unrealisierte Gewinne durch Währung sind Rendite-Illusion.
David, schau dir auch die implizite Volatilität an – in manchen Phasen ist Hedging günstiger als es die TER suggeriert. Aber dafür brauchts echtes Rebalancing-Know-how. Vielleicht rechnet sich für dich auch ein Hybrid: 70% ungehedgt, 30% gehedgt? Gibt dir beide Welten.
Also mir is das ehrlich gsagt zu kompliziert. Als Selbstständiger hab ich eh schon genug um die Ohren. Ich nehm einfach nen anständigen Rohstoff-ETF ohne Hedging – warum sollte ich 0,4% extra zahlen, wenn ich 30 Jahre Zeit habe? Das gleicht sich aus. Wichtiger is mir, dass ich sparen kann und die Förderung optimal nutze.