Hallo zusammen,
ich arbeite gerade an einer systematischen Analyse der Rohstoff-Allokation im neuen Altersvorsorgedepot 2027 und bin auf eine Frage gestoßen, die ich bisher nicht befriedigend beantwortet gefunden habe.
Viele Rohstoff-ETFs sind auf USD notiert oder bilden USD-Rohstoffpreise ab (Brent, WTI, Kupfer-Futures etc.). Das bedeutet ja, dass ich automatisch ein Währungsrisiko EUR/USD eingehe. Wenn der Euro schwächer wird, kann das meine Rendite boosten – wenn er stärker wird, bremst das meine Gewinne.
Meine Frage: Wie berücksichtige ich dieses Währungsrisiko korrekt bei der Berechnung der realen Förderrendite? Soll ich bei der Depotplanung ein hedged vs. unhedged Szenario durchspielen? Und wichtiger noch: Ändert sich da etwas bei der beitragsabhängigen Förderquote, wenn ich beispielsweise 15–20% des Depots in USD-gehedgete oder ungehedgete Rohstoff-ETFs allokiere?
Für meine Modellrechnung brauche ich da handfeste Daten, nicht nur Bauchgefühl. Hat einer von euch bereits konkrete Szenarien durchgespielt?
Danke!
Das ist eine sehr präzise Frage. Der USD-Anteil bei Rohstoff-ETFs ist oft unvermeidlich, aber du solltest zwei Ebenen trennen:
1. Cashflow-Ebene: Das Währungsrisiko EUR/USD beeinflusst nur deine realisierten Gewinne, nicht die Förderung. Die Grundzulage und beitragsabhängige Förderung rechnen mit dem Brutto-Beitrag, egal wie dein Depot sich bewegt.
2. Risikomanagement: Bei 15–20% USD-Rohstoffe brauchst du einen stabilen Kurs. Wenn EUR/USD von 1,12 auf 1,05 fällt, verlierst du nominale Rendite. Hedging kostet ca. 0,3–0,5% p.a. extra TER.
Meine Empfehlung: Nutze Rohstoff-ETFs mit aktiver Währungsabsicherung oder geh auf EUR-notierte Indices. Bei 15–20% Gewicht reicht das für echte Diversifikation ohne zu viel Währungsvolatilität.