Hallo zusammen,
ich bin gerade dabei, mich mit dem neuen Altersvorsorgedepot auseinanderzusetzen, das ja ab 2027 startet. Aktuell genieße ich noch ein bisschen die Sommerruhe und nutze die ruhigere Zeit, um mich zu informieren bevor es losgeht.
Mich interessiert konkret das Thema Rohstoffaktien für den langfristigen Depotaufbau. Ich denke an einen Zeithorizont von 20+ Jahren. ETFs auf breite Rohstoffindizes sind mir bekannt, aber bei Einzelaktien bin ich noch unsicher. Mir geht es weniger darum, auf kurzfristige Rohstoffpreisschwankungen zu setzen, sondern um Unternehmen, die strukturell von steigender Rohstoffnachfrage profitieren könnten – Stichwort Energiewende, Infrastruktur, Wasserversorgung.
Meine Fragen:
- Welche Kriterien legt ihr bei der Auswahl von Rohstoffaktien für ein gefördertes Depot an?
- Gibt es bestimmte Sektoren (z.B. Industriemetalle, Wasser, Energie) die ihr für besonders langfristig relevant haltet?
- Wie viel Anteil würdet ihr Rohstoffaktien im Gesamtdepot beimischen, wenn man ohnehin schon einen Weltaktien-ETF hat?
Bin gespannt auf eure Erfahrungen und Einschätzungen. Habe technisch eher einen Hintergrund, Finanzmärkte sind für mich noch Neuland, also gerne auch etwas erklärend wenn möglich.
Ich bin da ehrlich gesagt skeptisch, ob Einzelaktien im Rohstoffbereich für ein gefördertes Altersvorsorgedepot wirklich die erste Wahl sind. Das Klumpenrisiko bei Einzelwerten ist enorm – Minengesellschaften können durch Managementversagen, politische Risiken in Förderländern oder einfach Pech bei Lagerstätten komplett absaufen, unabhängig davon wie gut die grundlegende Rohstoffnachfrage ist.
Ich hab mich selbst intensiv mit dem Thema Förderstruktur beschäftigt – gerade auch nach dem ganzen Hin und Her um Garantien und Regeländerungen (dazu hab ich hier im EU-Garantien-Thread schon einiges geschrieben). Mein Punkt: Ein gefördertes Depot lebt von Verlässlichkeit und Planbarkeit. Rohstoffeinzelaktien liefern das kaum.
Wenn überhaupt, dann würde ich maximal 5-10% des Depots dafür reservieren, und auch nur gestreut über mehrere Werte oder einen sektorfokussierten ETF. Für Industriemetalle mit Energiewende-Bezug gibt es durchaus interessante Ansätze, aber bitte nicht als tragende Säule des Vorsorgedepots planen.