Hallo zusammen,
ich bin durch einen Artikel in der FAZ auf etwas gestoßen, was mir große Sorgen macht. Anscheinend plant die EU-Kommission neue Richtlinien für Altersvorsorgeprodukute, die unsere deutschen Garantiezusagen komplett auf den Kopf stellen könnten.
Laut dem Bericht sollen Garantien bei Lebensversicherungen und auch beim geplanten Altersvorsorgedepot stark eingeschränkt werden, damit mehr Kapital in "risikobehaftete" Anlagen fließt. Die sprechen da von einer "Kapitalmarktunion" und wollen wohl, dass wir Deutschen weniger sicherheitsorientiert sparen.
Meine Frau und ich haben jahrzehntelang in klassische Lebensversicherungen eingezahlt, gerade weil uns die Garantien wichtig waren. Jetzt frage ich mich: Können die das einfach so ändern? Und was bedeutet das für das Altersvorsorgedepot, das ja eigentlich ab 2027 kommen soll?
Der Artikel erwähnt auch, dass Deutschland sich dagegen wehrt, aber die EU-Mehrheit wohl dafür ist. Ich verstehe nicht, warum man uns Deutsche zwingen will, mehr Risiko zu nehmen. Bin ich zu pessimistisch oder seht ihr das genauso kritisch?
Hat jemand mehr Informationen dazu? Sollten wir uns Sorgen machen?
Gerhard, du machst dir da meiner Meinung nach zu viele Sorgen. Diese EU-Geschichten ziehen sich meist jahrelang hin und am Ende kommt eh was anderes raus.
Deine bestehenden Lebensversicherungen sind durch Bestandsschutz gesichert - da kann die EU nichts dran ändern. Und beim Altersvorsorgedepot geht es ja sowieso um ETF-Sparen, nicht um klassische Garantieprodukte.
Ich hab schon in dem App-Thread geschrieben: Die Politik macht oft viel Wind um nichts. Wichtiger ist, dass du dich jetzt schon mal mit den neuen Möglichkeiten ab 2027 beschäftigst, statt auf EU-Gespenster zu starren.
Also ich finds ehrlich gesagt überfällig, dass sich was ändert. Garantien bei 0,9% Zinsen sind doch ein Witz - da verliert man real Geld.
Meine Generation wird eh keine Rente mehr sehen, also müssen wir halt selbst vorsorgen. Und da helfen deutsche Sicherheitsdenken und Sparbuch-Mentalität null weiter.
Wenn die EU uns zwingt, erwachsen zu werden und endlich vernünftig zu investieren, bin ich dabei. Hab schon letztes Jahr meinen Riester gekündigt - beste Entscheidung ever.
Gerhard, mit Verlaub: Ihre Generation hatte 30 Jahre lang super Zinsen und Garantien. Wir müssen jetzt mit anderen Mitteln kämpfen.
Kritikus_78 hat nicht ganz unrecht, aber die Sache ist ernster als er denkt. Ich verfolge die EU-Regulierung beruflich und es stimmt: Es gibt massive Bestrebungen, die deutsche "Vollkasko-Mentalität" bei der Altersvorsorge aufzuweichen.
Das Problem: Wenn weniger Deutsche in sichere Produkte investieren, fehlt den Versicherern das Kapital für Garantien. Das könnte ein Teufelskreis werden. Bestehende Verträge sind zwar geschützt, aber neue Produkte werden definitiv weniger Garantien bieten.
Für das Altersvorsorgedepot 2027 heißt das vermutlich: Noch weniger Sicherheit als ursprünglich geplant. Die Mindestrenditegarantien, die mal im Gespräch waren, sind wohl vom Tisch.
Mein Tipp: Nutzen Sie die Zeit bis 2027 und informieren Sie sich über ETF-Investments. Wie ich schon im Zinsentwicklungs-Thread geschrieben hab: Langfristig fahren Sie mit Aktien besser als mit Garantien.