Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der technischen Architektur des Altersvorsorgedepots 2027 und bin dabei auf eine interessante Frage gestoßen: Viele Sparer parken ihre Ersparnisse aktuell auf Tagesgeldkonten, bevor sie ab Januar 2027 ins Depot fließen. Aber wenn ich die historischen Renditen analysiere – Tagesgeld bringt aktuell knapp über 3%, Festgeld teilweise 4% – dann müsste ich doch eigentlich die höhere Rendite des Festgeldes nehmen, oder?
Andererseits: Im Sommer sind die Zinsen oft volatiler, und ich möchte die Flexibilität behalten, falls sich die Konditionen unerwartet ändern oder ich die Investition anpassen muss. Bei Festgeld bin ich 12 Monate gebunden.
Meine Frage: Wie rechnet ihr das ab? Lohnt sich der Renditeaufschlag des Festgeldes wirklich, wenn man berücksichtigt, dass man ab 2027 ohnehin ins Depot mit ETF-Rente oder Garantieprodukten geht? Oder bin ich mit Tagesgeld einfach flexibler und fahre damit besser?
Interessieren mich hier auch die Effektivkosten-Implikationen für verschiedene Szenarien.
Hm, bin da ehrlich gesagt etwas verwirrt. Wenn Festgeld 4% gibt und Tagesgeld 3%, warum nicht einfach Festgeld nehmen für 12 Monate? Ab 2027 leg ich das Depot an und gut is. Oder übersehe ich da was bei den Kosten?
Das kommt wirklich auf deine Situation an, Tobias. Wenn du als Entwickler vermutlich regelmäßig Einkommen hast und die Beiträge zur Grundzulage ab 2027 ohnehin kontinuierlich fließen werden – dann würde ich eher zum Tagesgeld tendieren. Der 1%-Renditeunterschied ist marginal gegenüber der Inflationierung von Opportunitätskosten, wenn du Festgeld brauchst und es plötzlich eine bessere Gelegenheit gibt. Zumal: Markus B. hat ja in einem anderen Thread gezeigt, wie wichtig die reale Rendite ist – nominale 4% Festgeld sind bei 2,5% Inflation nur 1,5% real. Da lohnt sich die Bindung kaum.