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Kaufkrafterhalt bei klassischer Rente – welche Klauseln wirklich helfen?

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Sabine91
Beiträge: 23
Themenstarter
(@sabine91)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen
[#105]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver mit dem Thema Altersvorsorge, weil ich merke dass ich das nicht länger vor mir herschieben darf. Mit dem neuen Altersvorsorgedepot ab 2027 kommt da ja einiges auf uns zu und ich versuche gerade meine Optionen zu verstehen.

Mich treibt konkret die Frage um: Was bringt eine klassische Rentenversicherung eigentlich, wenn die Inflation die Kaufkraft Jahr für Jahr auffrisst? Ich meine – ich hab mal ausgerechnet, dass bei 2% Inflation mein Rentenbeitrag nach 20 Jahren nur noch etwa zwei Drittel wert ist. Das fühlt sich an wie ein schleichendes Problem, über das kaum jemand offen redet.

Gibt es bei klassischen Rentenpolicen überhaupt Klauseln oder Mechanismen, die da wirklich gegensteuern? Ich hab von "Überschussbeteiligung" und "Dynamisierung" gehört, aber ich versteh nicht genau wie das in der Praxis funktioniert und ob das wirklich reicht. Oder ist das am Ende nur Marketing?

Für das neue AVD-Depot 2027 würde mich auch interessieren: Wenn man klassische Versicherungsprodukte im Rahmen des geförderten Depots nutzt – gibt es da bessere Möglichkeiten zum Inflationsschutz als bei alten Riester-Produkten, oder bleibt das strukturell das gleiche Problem?

Freue mich über konkrete Erfahrungen oder auch einfach mal eine ehrliche Einschätzung. Danke schon mal!

Sabine


4 Antworten
FruehstartMax96
Beiträge: 3
(@fruehstartmax96)
Active Member
Beigetreten: Vor 1 Woche

also ich seh das ehrlich gesagt etwas skeptischer als Max-Bauer oben.

Die Dynamisierung und Überschussbeteiligung klingt gut auf dem Papier, aber in der Praxis hab ich noch niemanden getroffen der danach wirklich kaufkraftneutral in Rente gegangen ist. Die garantierten Komponenten sind zu niedrig, und auf die nicht-garantierten Überschüsse kann man sich halt nicht verlassen.

Für das AVD 2027 frag ich mich: warum überhaupt klassische Rentenversicherung nehmen wenn man jetzt direkt in ETFs investieren darf und dazu noch die staatliche Förderung bekommt? Ich hab mich mal durch die Anbieter gewühlt (da gabs ja nen Thread dazu) und die Versicherungsprodukte wirken im Vergleich schon etwas... altmodisch.

Klar, Sicherheitsbedürfnis ist verständlich. Aber Inflationsschutz kriegt man meiner Meinung nach nur mit realem Vermögen – also Aktien, Immobilien etc. Eine Versicherungspolice die 1,5% garantiert schützt einen real einfach nicht.


Antwort
C.Hoffmann
Beiträge: 1
(@c-hoffmann)
New Member
Beigetreten: Vor 2 Wochen

Um das mal etwas zu strukturieren, weil ich glaube die Diskussion vermischt ein paar Dinge:

Inflationsschutz bei klassischen Rentenpolicen kann auf zwei Ebenen wirken – Ansparphase und Rentenphase. In der Ansparphase hilft Dynamisierung nur bedingt, weil sie lediglich die nominale Einzahlung erhöht, nicht die reale Rendite verbessert. Entscheidend ist die Rendite auf das eingezahlte Kapital.

In der Rentenphase gibt es im wesentlichen drei Modelle: konstante Rente (kein Inflationsschutz), sofort höhere aber nicht steigende Rente mit Überschussbeteiligung variabel, oder garantierte Rentensteigerung zu Lasten der Startrente. Keine dieser Varianten schützt vollständig gegen anhaltende Inflation.

Ich mach übrigens gerade selbst auch viel Analyse zu Langfriststrategien – hab das im Rebalancing-Thread schon festgestellt dass bei 30+ Jahren Laufzeit die reale Rendite entscheidender ist als nominale Sicherheit. Das gilt hier genauso.

Für das AVD 2027 wäre meine Einschätzung: wer klassische Rentenprodukte nutzen möchte, sollte sehr genau auf die Rentenerhöhungsklauseln achten und idealerweise eine Kombination mit fondsgebundenen Anteilen prüfen.


Antwort
Max-Bauer
Beiträge: 3
(@max-bauer)
New Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Gute Frage, Sabine. Das Thema Inflation und klassische Rentenprodukte ist tatsächlich eines der unbequemeren Themen in der Branche.

Kurz zum Mechanismus: Dynamisierung bedeutet, dass deine Beiträge jährlich um einen festen Prozentsatz steigen – also du zahlst mehr ein, was zu einer höheren Rentenleistung führt. Das sichert aber nur die Ansparphase ab, nicht die Rentenphase selbst. In der Rentenphase kommt dann die sogenannte Überschussbeteiligung ins Spiel. Dabei werden erzielte Kapitalerträge des Versicherers anteilig an die Versicherten weitergegeben. Das Problem: In Niedrigzinsphasen ist dieser Überschuss oft so klein, dass er die Inflation kaum kompensiert.

Einige Policen bieten auch eine "Rentenerhöhung" nach Rentenbeginn an – entweder als garantierte jährliche Steigerung (z.B. 1% p.a.) oder variabel über Überschüsse. Garantierte Steigerungsklauseln kosten aber anfangs eine niedrigere Startrente, das muss man abwägen.

Für das neue AVD 2027: Die Förderlogik ist eine andere als bei Riester, aber klassische Versicherungsprodukte bringen strukturell dieselben Inflationsprobleme mit. Da hat sich konzeptionell nichts grundlegend geändert, soweit ich das bisher verstehe. Wer echten Inflationsschutz will, kommt an einem Aktienanteil eigentlich kaum vorbei – hab das auch im ETF-Dividenden-Thread schon angesprochen.


Antwort
MarkusH84
Beiträge: 18
(@markush84)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Ich glaub da wird manchmal zu kompliziert gedacht. Mein Fazit nach längerer Recherche: bei klassischen Policen gibt es keinen wirklich zuverlässigen Inflationsschutz, Punkt. Die Produkte sind auf Nominalwerte ausgelegt, nicht auf Kaufkraft.

Was hilft: entweder Anteil mit echter Renditechance (Fonds), oder man akzeptiert halt das Kaufkraftrisiko bewusst als Preis für die Sicherheit. Beides kann legitim sein, je nach persönlicher Situation.


Antwort
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