Hallo zusammen,
stehe gerade vor einer schwierigen Entscheidung und könnte euren Rat gebrauchen. Bin 45, arbeite im öffentlichen Dienst und möchte mir zusätzlich zur geplanten Altersvorsorge ab 2027 noch eine private Rentenversicherung zulegen.
Mein Berater hat mir zwei Varianten vorgeschlagen:
1. Klassische RV mit 2,5% Garantiezins - klingt erstmal solide
2. Fondsgebundene RV ohne Garantie, aber mit Chancen auf höhere Renditen
Bei der klassischen hätte ich die Sicherheit, weiß aber nicht ob 2,5% langfristig gegen die Inflation ankommen. Bei der fondsgebundenen könnte theoretisch mehr rauskommen, aber wenn die Märkte schlecht laufen...
Sitze hier bei 30 Grad im Büro (unsere Klimaanlage ist seit Wochen kaputt) und grüble darüber nach. Hab noch etwa 20 Jahre bis zur Rente und könnte monatlich um die 200 Euro reinstecken.
Wie seht ihr das? Sicherheit oder Rendite-Chancen? Oder ist das ganze Konzept private RV mittlerweile überholt und ich sollte lieber bis 2027 warten?
Also ich sehe das pragmatischer. 2,5% Garantiezins ist in der aktuellen Zinslandschaft gar nicht so schlecht, auch wenn es nicht spektakulär klingt. Du hast Planungssicherheit und musst dir keine Sorgen um Marktturbulenzen machen.
Das Argument mit der Inflation ist berechtigt, aber schau dir mal an, was in den letzten Jahren bei den Zinsen passiert ist. Noch vor einem Jahr hat keiner mit so einem Anstieg gerechnet. Kann auch wieder andersrum gehen.
Bei deinem Alter und der relativ kurzen Ansparzeit würde ich nicht zu risikoreich werden. Eine Mischung könnte sinnvoll sein - vielleicht 60% klassisch, 40% fondsgebunden? Viele Versicherer bieten sowas mittlerweile an.
Hmm, bin da etwas skeptischer als Depot-Pro28. Klar, Aktien haben langfristig bessere Renditen, aber gerade in den letzten Monaten sieht man ja wieder wie volatil das werden kann. Hab selbst diesen Sommer ordentlich Verluste gemacht.
Bei einer Rentenversicherung zahlst du 20 Jahre ein und dann ist Schluss - du kannst nicht flexibel nachsteuern wie bei einem ETF-Depot. Wenn dann ausgerechnet in deinen letzten 5 Beitragsjahren die Märkte schlecht laufen, wars das.
Ich würde ehrlich gesagt weder noch machen und wirklich bis 2027 warten. Das neue System soll ja deutlich günstiger werden und du behältst die volle Kontrolle. 200 Euro monatlich kannst du auch erstmal auf ein Tagesgeld parken - bei den aktuellen Zinsen gibt's immerhin 3-4%.
Bei 20 Jahren Laufzeit würde ich definitiv zur fondsgebundenen Variante tendieren. 2,5% Garantiezins klingt zwar schön sicher, aber real sind das nach Inflation und Kosten vielleicht 0,5-1% pro Jahr. Das ist auf Dauer viel zu wenig.
Ich hatte ja schon mal wegen dem Riester-Wechsel geschrieben - da ist das gleiche Problem. Diese ganzen Garantieprodukte sind Renditekiller.
Bei 20 Jahren hast du genug Zeit für Schwankungen. Schau dir mal die historischen Daten von Aktienmärkten an - über 15-20 Jahre warst du praktisch nie im Minus. Natürlich ohne Gewähr für die Zukunft, aber die Wahrscheinlichkeit spricht klar für Fonds.
Allerdings: Warum überhaupt noch private RV? Das neue Altersvorsorgedepot kommt doch bald und bietet dir deutlich mehr Flexibilität bei besseren Kosten.