Moin zusammen,
sitze gerade bei der Sommerhitze am Küchentisch und rechne mal wieder meine Riester durch. Bei der aktuellen Inflation von über 4% wird meine garantierte Rente ja praktisch aufgefressen. Hab einen klassischen Riester-Vertrag von 2008, da sind 1,75% Garantiezins drin.
Jetzt frag ich mich ernsthaft: Macht das überhaupt noch Sinn? Die Zulagen sind ja schön und gut, aber wenn die Inflation so weitergeht, ist meine "sichere" Rente in 10-15 Jahren nichts mehr wert. Klar, die Steuervorteile hab ich mitgenommen, aber trotzdem...
Soll ich den Vertrag kündigen und das Geld lieber anders anlegen? Oder durchhalten bis zur Reform 2027? Hab gehört, dass es dann ETF-Renten geben soll ohne diese lahmen Garantien.
Wie seht ihr das? Bin 72 und könnte theoretisch noch 3-4 Jahre warten, aber die Zeit arbeitet gegen mich.
Gruß
Gerhard
Hi Gerhard! Also ehrlich gesagt würd ich nicht kündigen. Die Rückzahlerei der Zulagen ist echt übel, besonders wenn du schon seit 2008 drin bist. Warte lieber auf 2027 - dann kannst du vermutlich wechseln ohne die ganzen Nachteile.
Inflation ist nervig, aber Garantiezins bedeutet ja auch "mindestens". Viele Riester-Anbieter legen das Geld trotzdem in Aktien an und zahlen Überschüsse aus.
Hallo Gerhard,
kann deine Überlegungen gut verstehen. Hatte ähnliche Gedanken bei meinem eigenen Riester.
Bei 1,75% Garantiezins und 4% Inflation verlierst du real etwa 2,25% pro Jahr - das ist schon heftig. Allerdings solltest du nicht vergessen: Kündigung bedeutet Rückzahlung aller Zulagen plus Steuern auf die geförderten Beträge. Das kann richtig teuer werden.
Mein Rat: Warte die Reform 2027 ab. Du kannst dann in das neue Altersvorsorgedepot wechseln, behältst deine Zulagen und kommst in ETFs rein. Bis dahin sind's nur noch anderthalb Jahre.
Alternativ: Beitragszahlungen stoppen und den Vertrag "schlafen" lassen. So verlierst du keine Zulagen und musst nichts zurückzahlen.
Gerhard, aus mathematischer Sicht ist Ihre Überlegung durchaus berechtigt. Real verlieren Sie bei 4% Inflation und 1,75% Garantiezins etwa 2,25% Kaufkraft jährlich.
Jedoch sind drei Aspekte zu bedenken:
1. Inflation ist volatil - 4% sind nicht dauerhaft garantiert
2. Kündigungskosten durch Zulagenrückzahlung können 20-30% des Kapitals betragen
3. Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 erlaubt Wechsel ohne Verluste
Meine Empfehlung: Beitragszahlungen einstellen, Vertrag beitragsfrei stellen und 2027 zum neuen System wechseln. So bewahren Sie die bisherigen Zulagen und können künftig von ETF-Renditen profitieren.