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Faktor-ETFs fürs Altersvorsorgedepot – wie viel Komplexität ist sinnvoll?

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Mia K.
Beiträge: 18
Themenstarter
(@mia_k_1999)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#55]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver mit dem Thema Altersvorsorgedepot und stehe vor einer Frage, die mir keine Ruhe lässt: Faktor-ETFs.

Ich bin 27 und habe noch gut 35+ Jahre bis zur Rente. Theoretisch also genug Zeit, um auch mal einen längeren Drawdown auszusitzen. Ich lese immer wieder, dass Faktoren wie Value, Momentum, Quality oder Low Volatility über sehr lange Zeiträume eine Überrendite gegenüber dem breiten Markt liefern sollen – zumindest historisch. Aber dann lese ich wieder Berichte, wo genau diese Faktoren über 10-15 Jahre komplett underperformen.

Meine konkrete Frage: Macht es Sinn, im Altersvorsorgedepot 2027 einen Teil auf Faktor-ETFs zu setzen, zum Beispiel einen Quality- oder Multifaktor-ETF als Beimischung zum klassischen MSCI World? Oder ist das für ein gefördertes Langfristdepot eher unnötige Komplexität, die ich nicht brauche?

Was mich auch beschäftigt: Wenn die Förderung ja an bestimmte Produkte oder Regeln geknüpft ist – gibt es da eigentlich Einschränkungen, welche ETF-Typen ich ins Depot packen darf?

Freue mich über Einschätzungen, gerne auch kritische. Ist gerade Urlaubszeit und ich hab anscheinend zu viel Zeit zum Nachdenken 😅

VG, Mia


1 Antwort
Markus K.
Beiträge: 27
(@markus_k_1974)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Mia, das ist eine Frage, die ich ehrlich gesagt auch schon länger mit mir rumtrage. Ich bin deutlich älter als du und hab beim Thema Faktor-ETFs inzwischen eine ziemlich nüchterne Haltung entwickelt.

Das grundsätzliche Problem: Faktorprämien sind real – aber sie sind unberechenbar wann sie liefern. Value hat z.B. von ca. 2007 bis 2020 brutal underperformt, während Growth-lastige Indizes explodierten. Wer da nicht eisern dabei geblieben ist, hat entweder aufgehört oder zum falschen Zeitpunkt gewechselt. Behavioral finance nennt das 'factor timing' – und die meisten Privatanleger machen es falsch.

Für ein Altersvorsorgedepot würde ich persönlich eher weniger Komplexität bevorzugen. Nicht weil Faktoren nicht funktionieren, sondern weil ein einfacher MSCI World oder ACWI das ist, was du auch in 20 Jahren noch ohne Bauchschmerzen hältst. Ich hab das selbst im Thread zu Broker-Auswahl schon angemerkt – Einfachheit schlägt oft Cleverness.

Zur Förderungsfrage: Soweit ich das verstehe, gibt es keine spezifische Einschränkung auf bestimmte ETF-Typen, solange das Produkt grundsätzlich als förderfähiges Depot geführt wird. Aber das solltest du nochmal konkret nachlesen oder beim Anbieter anfragen – da wäre ich vorsichtig mit Halbwissen.


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