Hey zusammen,
ich arbeite seit knapp einem Jahr als Softwareentwickler und habe mich in letzter Zeit intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot beschäftigt. Der Start ist ja bekanntlich erst ab 01.01.2027 – aber mich treibt gerade die Frage um, ob es sinnvoll ist, schon jetzt in 2026 irgendwelche Weichen zu stellen.
Konkret: Ich habe aktuell einen ungeförderten ETF-Sparplan laufen (World + EM, klassisch). Jetzt frage ich mich, ob ich den ab 2027 einfach 1:1 in das geförderte Depot überführen kann oder ob das steuerlich kompliziert wird – insbesondere wegen der Beitragsgarantie und der Fördergrenzen.
Was mich außerdem interessiert: Macht es für Berufseinsteiger Sinn, schon 2026 möglichst viel in den ungeförderten ETF zu stecken, um dann 2027 die Struktur umzubauen? Oder verschlechtert man sich damit steuerlich, weil man dann ggf. realisierte Gewinne versteuern muss, bevor man ins Depot wechselt?
Ich versuche das gerade systematisch durchzurechnen, aber mir fehlen noch ein paar praktische Einschätzungen von Leuten, die sich damit schon länger beschäftigt haben. Gibt es hier schon Erfahrungen oder Strategien für den Übergang? Besonders interessiert mich, wie man die Einmalanlage-Option im neuen Depot optimal nutzen kann, wenn man schon ein bestehendes ETF-Portfolio mitbringt.
Danke schon mal!
ich bin auch noch relativ neu dabei (26) und hab mir diese Frage auch schon gestellt lol. Mein Stand: Fang einfach jetzt schon an, irgendwas zu sparen – selbst wenn das 2026 noch nicht das "richtige" geförderte Depot ist. Ich hab meinen Sparplan auch einfach weiter laufen und warte auf 2027. Der Zinseszinseffekt zählt ja schon heute.
Was ich noch nicht ganz durchblick: ob man die Einmalanlage im neuen Depot wirklich aus versteuertem Kapital vom Altdepot machen kann oder ob da nochmal extra Hürden kommen. Vielleicht weiß das hier jemand genauer?
Ich bin zwar kein Berufseinsteiger mehr, aber diese Frage beschäftigt mich auch – nur halt andersrum. Bei mir geht es darum, ob ich meinen alten Riester-Vertrag liquidiere und das Kapital 2027 irgendwie ins neue Depot bringe. Das Problem ist ähnlich: man kann Geld nicht einfach rüberbuchen, ohne steuerliche Konsequenzen.
Was ich bisher rausgefunden hab (aus meinen Recherchen zum Riester-Thema): Der Gesetzgeber hat beim neuen Depot offenbar bewusst keinen steuerfreien Übertragungsweg aus bestehenden ETF-Depots vorgesehen. Das ist halt der Unterschied zu einem Riester-zu-Riester-Transfer, der steuerneutral möglich war.
Für dich als Berufseinsteiger würde ich sagen: Lass den ETF-Sparplan erst mal laufen. Du hast 2026 noch Zeit, die Beitragsgrenzen fürs neue Depot zu studieren und dann gezielt zu planen, wieviel du 2027 als Einmalanlage einwerfen willst – am besten aus laufendem Einkommen statt durch Verkauf von Beständen.
Aus IT-Projektmanagement-Perspektive würde ich das mal so angehen: Trenn konzeptionell die beiden Töpfe. Dein bestehender ETF-Sparplan ist Vermögensaufbau allgemein. Das neue Altersvorsorgedepot ab 2027 ist geförderter, aber auch gebundener Vermögensaufbau. Die Frage ist nicht "Alles umschichten?", sondern "Wie viel vom laufenden Budget geht 2027 in das geförderte Depot, um den Sonderausgabenabzug maximal auszuschöpfen?"
Ich rechne das für mich gerade ähnlich durch – hab dazu auch was zum Sonderausgabenabzug und ETF-Strategie gepostet. Der eigentliche Hebel ist der Steuereffekt auf die Beiträge, nicht die Frage ob man Bestandsdepots überführt.
Für Berufseinsteiger würde ich empfehlen: 2026 Puffer aufbauen, damit du 2027 direkt den maximal förderfähigen Betrag als Einmalanlage oder höhere Sparrate einzahlen kannst. Das ist steuerlich deutlich effizienter als alles umzuschichten.