Hallo zusammen,
als Steuerfachwirtin beschäftige ich mich intensiv mit der Struktur des neuen Altersvorsorgedepots 2027 und bin gerade bei einer interessanten Frage angekommen, die ich bisher in der Literatur zum Altersvorsorgereformgesetz nicht wirklich zufriedenstellend beantwortet sehe.
Es geht um Währungsrisiken bei international angelegten ETFs. Konkret: Wenn ich im AVD 2027 in einen EUR-gehedgten MSCI-World-ETF investiere (also mit Währungssicherung gegen den USD und andere Devisen), dann zahle ich dafür Hedging-Kosten, die die TER erhöhen. Auf der anderen Seite eliminiere ich aber das Risiko, dass der Euro gegenüber dem Dollar stark aufwertet und meine US-Renditen aufzehrt.
Meine Frage: Bei einem 30-Jahre-Anlagehorizont bis zur Rente – ist die Währungssicherung statistisch gesehen ein Kostenfaktor ohne wirklichen Mehrwert? Oder gibt es Szenarien, wo das Hedging im Rahmen der geförderten Altersvorsorge tatsächlich sinnvoll ist?
Ich denke dabei auch an die nachgelagerte Besteuerung: Wenn die Kursverluste durch Hedging wegfallen, sinken auch mögliche Steuerausgleiche im Auszahlungsfall. Hat das jemand schon durchgerechnet?
Freue mich über sachliche Einschätzungen.
Interessante Frage, Monika. Nach meiner zwölfjährigen Pause beschäftige ich mich gerade wieder mit aktuellen Marktanalysen, und zum Hedging habe ich folgende Beobachtung: Bei großen Versicherern und etablierten Fondanbietern sehe ich momentan einen klaren Trend zu ungehedgten ETFs für lange Anlagehorizonte. Die Begründung ist eigentlich simpel – über 30 Jahre gleichen sich Währungsschwankungen meist aus, und die Hedging-Kosten (meistens 0,15–0,30% p.a. extra) summieren sich erheblich auf. Eine Depot-Gestaltung ohne Hedging hätte ich für das AVD 2027 eher im Blick, zumal die Förderung selbst ja das Risiko teilweise kompensiert.