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Welche ETF-Typen sind für das Altersvorsorgedepot 2027 überhaupt zugelassen?

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VorsorgeFuchs28
Beiträge: 40
Themenstarter
(@vorsorgefuchs28)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#51]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiver mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das ja ab 2027 startet, und versuche die Sommerzeit zu nutzen um mich ordentlich vorzubereiten – bevor der Alltagsstress wieder losgeht.

Meine konkrete Frage: Gibt es eigentlich eine offizielle Liste oder Kriterien, welche ETFs im geförderten Altersvorsorgedepot überhaupt investierbar sind? Ich meine nicht welcher Anbieter (iShares, Vanguard etc.), sondern ob es gesetzliche oder regulatorische Vorgaben gibt, was als zulässiges Anlageprodukt gilt.

Ich hab zum Beispiel gelesen, dass für bestimmte geförderte Produkte früher Einschränkungen galten – z.B. keine Hebelprodukte, kein physisches Gold etc. Gilt das für das neue Depot auch? Und was ist mit Produkte wie Krypto-ETFs oder -ETPs? Die gibt's ja auch mittlerweile an deutschen Börsen.

Außerdem: Muss ein ETF irgendwelche Anforderungen erfüllen (z.B. UCITS-konform, oder europäisch domiziliert), damit er für die Förderung anerkannt wird? Oder kann man theoretisch auch US-amerikanische ETFs kaufen, wenn die Depotbank das technisch anbietet?

Wäre super wenn jemand mit konkretem Gesetzestexthintergrund oder zumindest guten Quellen antworten kann. Danke!


4 Antworten
Gerhard L.
Beiträge: 25
(@gerhard62)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Also ich muss ehrlich sagen, ich finds etwas übertrieben, jetzt schon so tief ins Detail zu gehen – das Depot startet erst 2027 und die genauen Listen der zugelassenen Produkte werden die Anbieter rechtzeitig veröffentlichen. Ich bin da eher entspannt und warte ab, was konkret kommt.


Antwort
S.Weber82
Beiträge: 36
(@s-weber82)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Das ist ne gute Frage, die ich mir auch schon gestellt hab. Soweit ich das aus dem Altersvorsorgereformgesetz rauslesen konnte (hab das wirklich durchgekämpft, war kein Spaß), müssen Produkte im geförderten Depot grundsätzlich als "geeignete Altersvorsorgeprodukte" zugelassen sein. Das bedeutet unter anderem: UCITS-konforme Fonds mit europäischer Zulassung stehen klar im Fokus.

US-amerikanische ETFs wie die klassischen Vanguard-Produkte direkt von der US-Börse scheiden damit praktisch aus – das scheitert schon am fehlenden KID-Dokument (Key Information Document), das für den Vertrieb in der EU nötig ist. Nicht ganz neu, das Problem kennen wir ja schon vom normalen Depot.

Krypto-ETPs dürften meiner Einschätzung nach rausfallen, weil sie nicht unter den klassischen UCITS-Rahmen fallen und das Gesetz eher auf "bewährte" Anlageformen abzielt. Bin aber kein Rechtsanwalt, also bitte selbst nochmal prüfen.

Habe mich zu dem Thema auch schon im Thread Mit 1.800€ netto als Berufseinsteiger – lohnt sich das Depot überhaupt? geäußert, da gings auch kurz um Produktauswahl.


Antwort
RentenPro47
Beiträge: 41
(@rentenpro47)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich kann das aus etwas fachlicherer Perspektive ergänzen. Das Altersvorsorgereformgesetz sieht vor, dass im geförderten Depot grundsätzlich Investmentfonds im Sinne des KAGB (Kapitalanlagegesetzbuch) sowie börslich gehandelte Fonds (ETFs) investierbar sind, sofern sie bestimmte Anforderungen erfüllen.

Die wichtigsten Kriterien in der Kurzfassung:
- UCITS-Konformität ist de facto Pflicht, da nur so das europäisch erforderliche Basisinformationsblatt vorliegt
- Hebelprodukte, Zertifikate und strukturierte Produkte sind ausgeschlossen
- Physische Rohstoff-ETCs (also auch Gold-ETC) gelten nicht als Investmentfonds im KAGB-Sinne und dürften damit rausfallen
- Krypto-ETPs ebenfalls nicht zugelassen, zumindest nach aktuellem Gesetzesstand

Die gute Nachricht: Der überwiegende Teil der gängigen MSCI- oder FTSE-basierten ETFs, die man bei deutschen Brokern kaufen kann, erfüllt diese Voraussetzungen problemlos. Ich hab bei der Erstellung meiner Antragsunterlagen auch auf die BaFin-Datenbank zurückgegriffen, die hilft bei der Prüfung der Produktzulassung. Den Ablauf hab ich übrigens hier kurz beschrieben: Staatliche Förderung beantragen - welche Unterlagen brauche ich?


Antwort
Werner78
Beiträge: 57
(@werner78)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

RentenPro47 hat das eigentlich schon gut zusammengefasst, ich würd aber noch einen praktischen Hinweis dazugeben: Selbst wenn ein ETF theoretisch zulässig wäre, muss die Depotbank ihn auch für das geförderte Depot freischalten. Das ist nicht automatisch.

Ich hab das beim Thema Kostenvergleich auch schon gmerkt – manche Broker listen ETFs im normalen Depot, bieten sie aber nicht im "geförderten Segment" an. Das hängt teils damit zusammen, dass die Anbieter ihre eigene Vorauswahl treffen und nicht einfach das gesamte Sortiment übertragen. Gerade bei exotischeren ETFs (kleinere Nischen, ausländische Domizile) kann das schnell zum Problem werden.

Für die Standardfälle – MSCI World, FTSE All-World, MSCI EM, sowas – sollte es eigentlich überall klappen. Aber ich würde vor der Depoteröffnung direkt bei der jeweiligen Bank fragen, welche ETFs konkret im geförderten Depot handelbar sein werden. Manche haben da schon recht klare Listen veröffentlicht.


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