Guten Tag zusammen,
als Frührentner beschäftige ich mich derzeit intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027, und zwar vor allem mit der Frage, was in der Auszahlungsphase nach Steuern und Kosten wirklich noch übrig bleibt. Die nachgelagerte Besteuerung ist das eine – aber mir ist aufgefallen, dass die Kostenfrage beim ETF-Depot viel komplizierter ist als man zunächst denkt.
Ich habe mir verschiedene Anbieter angeschaut und versuche, die Gesamtkosten zu verstehen. Die TER (Total Expense Ratio) taucht ja überall auf, aber dann gibt es noch den Spread beim Kauf und Verkauf, mögliche Depotgebühren und manchmal sogar Transaktionskosten. Das alles zusammen kann doch erheblich sein, besonders wenn man bedenkt, dass ich im Rentenalter regelmäßige Entnahmen plane.
Konkret frage ich mich:
- Was ist bei der TER eigentlich wirklich enthalten, und was nicht?
- Wie wirkt sich der Bid-Ask-Spread über viele Jahre aus, wenn man monatlich spart und später regelmäßig entnimmt?
- Welche Kosten werden bei der offiziellen Renditeberechnung oft weggelassen?
Bei der nachgelagerten Besteuerung kommen dann ja nochmal die Steuern obendrauf – ich will das Gesamtbild verstehen, bevor ich 2027 eine Entscheidung treffe. Hat jemand das schon durchgerechnet oder Erfahrungen mit einem konkreten Anbieter gemacht?
Danke schon mal,
Hermann H.
Ich kann aus eigener Erfahrung seit Anfang 2027 sagen: die Gesamtkosten sind wirklich das, was man im Blick haben muss, nicht nur die TER.
Bei mir läuft ein MSCI World ETF mit 0,2% TER, aber wenn ich alle Kosten zusammenzähle – Depotgebühr, gelegentliche Orderkosten, Spread – komme ich effektiv eher auf 0,35-0,4% im Jahr. Das klingt wenig, aber über 15-20 Jahre macht das einen spürbaren Unterschied beim Endkapital.
Was mich als jemand der die Grundzulage voll ausschöpft besonders interessiert: Die Förderung puffert die Kosten natürlich etwas ab, weil du ja quasi geschenktes Geld bekommst. Trotzdem sollte man nicht nachlässig sein. Ich hab das hier auch schon im Frühstart-Rente Thread angesprochen – früher einsteigen lohnt sich, aber nur wenn die Kostenstruktur stimmt.
Für die Entnahmephase würd ich mir noch speziell anschauen ob der Anbieter dort extra Gebühren berechnet. Manche machen das, und das steht dann im Kleinkgedruckten.
Hermann, ich schau mir das gerade auch genau an, weil ich meiner Frau helfen möchte, noch von der Förderung zu profitieren. Die Kostenfrage ist dabei gar nicht so einfach – was mich wurmt ist dass die Depotgebühren prozentual steigen wenn das Kapital wächst, aber die Zulage ja fix bleibt. Da verschiebt sich das Verhältnis über die Zeit ganz schön. Haben Sie da schon konkrete Zahlen von Anbietern verglichen?