Seite wählen

TER-Angabe im ETF-F...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

TER-Angabe im ETF-Factsheet: Was ist da eigentlich wirklich drin?

2 Beiträge
2 Benutzer
0 Reactions
4 Ansichten
VorsorgeProfi47
Beiträge: 4
Themenstarter
(@vorsorgeprofi47)
Active Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#86]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv mit den Kostenstrukturen beim neuen Altersvorsorgedepot, das ja ab 2027 starten soll. Ich will vorbereitet sein und nicht erst im Januar anfangen zu überlegen.

Eine Frage treibt mich schon eine Weile um: Die TER – also die Total Expense Ratio – wird ja überall als DIE Kennzahl für ETF-Kosten genannt. Aber je mehr ich mich einlese, desto unsicherer werde ich, was da tatsächlich enthalten ist und was nicht.

Konkret: Wenn ein ETF eine TER von 0,20% hat – sind darin wirklich ALLE laufenden Kosten enthalten? Ich lese immer wieder, dass Transaktionskosten innerhalb des Fonds (also wenn der ETF selbst Wertpapiere kauft oder verkauft) nicht in der TER auftauchen. Stimmt das? Und was ist mit Verwahrentgelten, etwaigen Swap-Kosten bei synthetischen ETFs oder Leihgebühren?

Ich frage, weil ich beim Vergleich von zwei auf den ersten Blick ähnlichen ETFs immer auf die TER schaue – aber wenn da wichtige Kostenpositionen fehlen, vergleiche ich ja möglicherweise Äpfel mit Birnen.

Gibt es eine Kennzahl, die vollständiger ist als die TER? Ich habe von der "Ongoing Charges Figure" (OCF) und der "Total Cost of Ownership" gelesen, aber mir ist nicht klar, ob und wie sich das in der Praxis für das neue Depot auswirkt.

Für einen sachlichen Überblick wäre ich sehr dankbar.


Schlagwörter für Thema
1 Antwort
Heinrich67
Beiträge: 16
(@heinrich67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Gute Frage, über die ich mir beim Riester-Vergleich auch schon den Kopf zerbrochen hab.

Kurz zusammengefasst: Die TER ist tatsächlich nicht vollständig. Sie erfasst im Wesentlichen die Verwaltungsgebühr, Depotbankgebühr und sonstige laufende Betriebskosten des Fonds. Was sie nicht enthält, sind die Transaktionskosten innerhalb des Fonds – also die Kosten, die entstehen wenn der Fonds selbst Wertpapiere handelt, zum Beispiel bei Indexanpassungen.

Die OCF (Ongoing Charges Figure) ist in der Praxis meist identisch oder sehr ähnlich zur TER, in Europa hat sich die OCF eher als regulatorischer Standard durchgesetzt – inhaltlich ändert sich aber wenig.

Relevanter finde ich die sogenannte Tracking Difference (TD). Die misst, wie stark ein ETF tatsächlich von seiner Benchmark abgewichen ist – und zwar nach allen realen Kosten inklusive Transaktionskosten und Wertpapierleihe. Wenn ein ETF durch Wertpapierleihe Einnahmen generiert, kann die TD sogar negativ sein, d.h. der ETF war billiger als die TER suggeriert.

Für den praktischen Vergleich im neuen Depot würde ich auf die TD schauen, nicht nur auf die TER. Die findest du z.B. auf trackingdifferences.com für viele gängige ETFs. Synthetische ETFs können bei der TD manchmal günstig abschneiden, haben dafür aber Kontrahentenrisiko – das sollte man nicht ignorieren.


Antwort
Teilen: