Hallo zusammen, ich bereite mich gerade intensiv auf das Altersvorsorgedepot 2027 vor und bin dabei auf die Frage gestoßen, wie sinnvoll ESG-ETFs wirklich sind – besonders im Kontext der beitragsproportionalen Förderung.
Als jemand, der im Finanzsektor arbeitet, kenne ich die Kritik am Greenwashing und den methodischen Unterschieden zwischen ESG-Ratinganbietern. Meine Frage ist aber eher praktisch: Wenn ich mit meinem Altersvorsorgedepot ab 2027 eine ESG-ETF-Quote aufbauen will – sagen wir 40% – kostet mich das real weniger Rendite als ein klassisches Weltportfolio? Und wie rechne ich das gegen die Steuerförderung auf, um zu sehen, ob der Impact-Loss kompensiert wird?
Zwei weitere Punkte: Wie stabiler sind ESG-ETFs bei Marktvolatilität? Und: Kann ich die Förderquote bei der Wahl zwischen ESG und Standard-ETFs überhaupt optimieren, oder ist das für die Förderanerkennung egal?
Freue mich auf Erfahrungen – danke!
Gute Frage, Marco. Ich beschäftige mich gerade mit der Strukturierung meiner Einzahlungsstrategie unter der Kinderzulage und habe ESG auch im Blick. Ehrlich gesagt: Die Performance-Unterschiede zwischen ESG und Standard-ETFs sind in den letzten 5 Jahren minimal geworden. Was mich aber interessiert: Erkannt die Förderung einen ESG-ETF genauso an wie einen MSCI World? Falls ja, dann rechnet sich ESG für mich eher psychologisch als finanziell. Die 0,05–0,15% höhere TER bei manchen ESG-Versionen über 30+ Jahre zu sparen wäre sauberer, als auf theoretische Impact-Renditen zu hoffen.
Bei ESG würde ich ehrlich vorsichtig sein – viel Greenwashing drumrum.