Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade mit der Depotauswahl für mein Altersvorsorgedepot ab 2027 und bin bei den ESG-ETFs hängengeblieben. Einerseits reizt mich die Idee, mein Geld in nachhaltige Unternehmen zu stecken – andererseits frage ich mich, ob das nicht einfach Marketing ist.
Ich habe gelesen, dass ESG-ETFs teilweise ähnliche Renditen wie Standard-ETFs haben, aber höhere TER-Gebühren verlangen. Ist das der Preis für das gute Gewissen? Oder gibt es da wirklich einen messbaren Unterschied bei der echten Nachhaltigkeit?
Mich interessiert besonders: Wie sehr drücken die höheren Gebühren meine langfristige Rendite? Welche ESG-ETFs sind nicht nur Greenwashing? Und lohnt sich der Kompromiss bei den Effektivkosten überhaupt?
Ich plane, breit gestreut zu investieren, und möchte das nicht als reines Gewissensberuhigungsprodukt kaufen. Danke für eure Erfahrungen!
Stefan, gute Frage. Ich habe mir das letztes Jahr auch angeschaut. Kurz gesagt: Die TER-Unterschiede sind oft 0,3–0,5% höher bei ESG-Varianten. Übers Leben gerechnet sind das Tausende Euro Renditeeinbuße.
Das eigentliche Problem: Es gibt kaum standardisierte ESG-Kriterien. Was bei Fonds A als nachhaltig gilt, kann bei Fonds B rausfliegen. Mein Eindruck ist, dass viele ESG-ETFs tatsächlich Greenwashing betreiben – sie schließen ein paar Ölfirmen aus, halten aber fragwürdige Finanzkonzerne. Wenn dir Nachhaltigkeit wichtig ist, würde ich eher ein Standard-Portfolio nehmen und gezielt Best-in-Class-Unternehmen übergewichten, statt die höheren Gebühren zu zahlen. Die reale positive Wirkung ist am Ende fragwürdig.