Hallo zusammen, ich bin Selbständiger und beschäftige mich intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027. Dabei bin ich ehrlich gesagt skeptisch geworden, wenn ich die ganzen Garantieprodukte anschaue, die überall angepriesen werden.
Meine konkrete Frage: Wenn ich die Effektivkosten nach AltZertG wirklich durchleuchte – TER, Verwaltungsgebühren, versteckte Gebühren bei Garantieprodukten – schneidet ein ETF-Depot nicht einfach deutlich besser ab? Ich habe gelesen, dass Garantieprodukte oft Kosten von 0,7-1,2% haben, während gute ETF-Depots mit 0,15-0,3% auskommen.
Jede Renditesteigerung zählt nach 30+ Jahren. Was ist eure Erfahrung: Lohnt sich wirklich das Garantieprodukt mit seiner niedrigeren Schwankung, oder zahle ich da nur für ein gutes Gefühl? Und wie kalkuliert ihr das konkret für eure Sparrate?
Freue mich über ehrliche Einschätzungen – keine Sales-Rede.
Das ist tatsächlich der entscheidende Punkt. Wenn ich die Förderung mitrechne und die beitragsproportionale Steigerung – muss ich beide Szenarien durchrechnen: Einmal ETF-Depot mit optimaler Sparquote, einmal Garantieprodukt. Bei mir persönlich zeigt die Rechnung: ETF-Depot mit 80/20 schlägt das Garantieprodukt in 90% der Szenarien. Aber es hängt total von deiner persönlichen Risikotoleranz und vom genauen Kostenmodell des Garantieprodukts ab. Hier hatte ich die Struktur mal durchgerechnet – vielleicht hilft dir das weiter.
Gutes Thema, Markus. Ich kann deine Skepsis nachvollziehen – aber das ist nicht schwarz-weiß. Ja, die TER von Garantieprodukten ist oft höher. Aber du zahlst eben nicht nur für Rendite, sondern auch für die Versicherungskomponente und die Schwankungsdämpfung. Das hat einen Wert, gerade wenn dich Volatilität nachts wachhält. Nach 25 Jahren in der Branche kann ich dir sagen: Viele Sparer unterschätzen, wie psychologisch es wird, wenn der Kurs um 30% fällt. Mein Rat: Schau nicht nur auf die absolute TER, sondern auf die Sharpe-Ratio – das sagt dir, ob du für dein eingegangenes Risiko tatsächlich entlohnt wirst. Es gibt auch Hybrid-Modelle ab 2027, die beide Welten verbinden.
Ich bin da voll bei dir, Markus K. Ich bin nach 15 Jahren wieder rein ins Thema und habe genau das gleiche Problem: Die Garantieprodukte sollen die Rendite sichern, fressen aber selbst so viel weg, dass am Ende nicht viel Überraschung bleibt. Für mich persönlich hat sich ein ETF-Depot für den Großteil mit kleinerer stabiler Anleihen-Quote besser angefühlt. Die psychologische Hürde ist real, aber berechenbar. Hast du schon einen Depot-Konfigurator durchgespielt, um die tatsächliche Endsumme zu vergleichen?