Moin zusammen,
überall liest man, dass Immobilienfonds eine gute Beimischung zur Altersvorsorge sind. Aber wenn ich mir die Prospekte anschaue, ärgert mich dieses TER-Theater ohne Ende. Die beworbene Gesamtkostenquote von 0,7% oder 1,0% – klingt ja erstmal nicht dramatisch, aber ich bin mir sicher, dass dahinter noch eine ganze Menge versteckter Kosten lauert.
Bei klassischen ETFs kenne ich das Problem nicht, da ist relativ Schluss mit den Kosten. Aber bei Immobilienfonds? Da gibt es Verwaltungsgebühren, Maklergebühren, Instandhaltungskosten, die alle irgendwie reingerechnet werden, aber nicht klar erkennbar sind.
Ich weiß, dass viele von euch hier länger mit sowas beschäftigt sind. Wie würdet ihr vorgehen, um wirklich alle Kosten zu identifizieren, bevor ihr einen Immobilienfonds ins AVD 2027 packt? Gibt es Faustregel, wie viel Overhead man einkalkulieren sollte? Und: Wo landen diese Kosten eigentlich – werden sie von der Förderung beeinflusst?
Danke für ehrliche Antworten ohne Makler-Marketing.
Bin ehrlich – bei meinen drei Kindern will ich fürs Altersvorsorgedepot auch nichts unnötig teures. Die Kinderzulage ist eh schon umständlich genug, da muss der Rest wenigstens fair sein. Ich würde Immobilienfonds erstmal genau hinterfragen, ob die Kosten nicht einfach zu hoch sind für ne 30+-Jahre-Anlage.
Interessanter Punkt. Aus meiner Perspektive als Rentner: Immobilienfonds haben lange Zeit auch gegen Inflation geholfen, weil Mietpreise mitgestiegen sind. Aber die Kostenstruktur ist wirklich intransparent geworden. Bei meinen alten Fonds damals zahlte man regelmäßige Instandhaltungsrücklagen, das war noch klar benannt. Heute verschwinden solche Positionen in der Gesamtkostenquote. Mein Rat: Fonds mit separater Instandhaltungsgebühren-Darstellung bevorzugen. Das ist zwar nicht weniger teuer, aber ehrlicher.
Gutes Thema. Ich bin gerade am durchleuchten, welche Fonds die verschiedenen Broker im Januar 2027 anbieten werden – und ja, die Kostenstrukturen sind teilweise haarsträubend. Meine Beobachtung: Offene Immobilienfonds sind oft teurer in der Verwaltung als geschlossene, weil die ständig Käufe und Verkäufe abwickeln müssen. Für die Förderberechnung im AVD 2027 ist auch relevant, dass Gebühren vor Ausschüttungen berechnet werden – das reduziert deinen effektiven Ertrag. Meine Empfehlung: Lieber REIT-ETFs nehmen, da ist die Kostenquote maximal transparent.
Du sprichst einen wichtigen Punkt an. In der Praxis gibt es tatsächlich mehrere Kostenebenen: Die TER ist nur die eine. Dazu kommen typischerweise Entry-/Exit-Gebühren, Maklergebühren bei An- und Verkauf von Liegenschaften (1-4%), Instandhaltungsrücklagen, und bei offenen Fonds auch Liquiditätsreserven. Das AltZertG zwingt die Anbieter zu mehr Transparenz, also nutze das aus und vergleiche nicht nur TER-Zahlen, sondern fordere komplette Kostenaufstellungen an. Im AVD 2027 sollten die besseren Broker das standardisiert offenlegen.