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Rohstoff-Komponente im AVD 2027: Wie stark drücken Produktkosten die Förderrendite?

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Markus D.
Beiträge: 16
Themenstarter
(@markus-dreher)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#169]

Hallo zusammen,

ich beschäftige mich gerade intensiv damit, wie sich Rohstoffe sinnvoll ins geförderte Altersvorsorgedepot 2027 integrieren lassen – und stoße dabei auf eine Frage, die mich wirklich wurmt: Was bleibt nach Kosten und Steuern eigentlich noch übrig?

Konkret: Viele Anbieter werben damit, dass man im neuen AVD auch Rohstoff-Exposure abbilden kann, meist über breit gestreute Mischprodukte oder Multifaktor-ETFs mit Rohstoffanteil. Klingt erstmal interessant. Aber wenn ich mir die Effektivkosten solcher Konstrukte anschaue – da kommen schnell 0,8 bis 1,2 Prozent pro Jahr zusammen, und das noch *bevor* die eigentliche Depotgebühr des Anbieters aufgeschlagen wird.

Jetzt frage ich mich: Was sagt eigentlich das AltZertG dazu? Gibt es Obergrenzen für Effektivkosten bei zertifizierten Produkten, oder ist das völlig frei? Ich kenne die alte Riester-Welt noch, wo zumindest die Beitragserhaltungsgarantie dazu geführt hat, dass viele Anbieter gar keine riskanten Komponenten wie Rohstoffe angeboten haben. Beim neuen Depot entfällt ja diese starre Garantiepflicht – was einerseits gut ist, andererseits Fragen aufwirft.

Mich interessiert vor allem: Hat jemand konkrete Zahlen, wie sich ein 10-15% Rohstoffanteil im Depot auf die ausgewiesenen Effektivkosten auswirkt? Und lohnt sich das nach Förderung wirklich noch, oder frisst der Kostennachteil den Staatsbonus wieder auf?

Markus D.


1 Antwort
Heinrich_1952
Beiträge: 49
(@heinrich_1952)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Markus, das ist eine Frage die ich mir auch schon gestellt habe – und ich bin inzwischen 74, hab also einiges an Produkterfahrung gesammelt, auch noch aus der alten Riester-Ära.

Zum AltZertG: Soweit ich das verstehe, gibt es im neuen Regelwerk keine explizite Kostenobergrenze mehr, wie man sie sich vielleicht wünschen würde. Die Zertifizierungspflicht schreibt Transparenz vor – also Ausweis der Effektivkosten – aber keine Begrenzung derselben. Das ist ein Kritikpunkt den ich teile: Transparenz ist gut, aber ohne Deckel kann ein Anbieter trotzdem teuer sein und bleibt formal regelkonform.

Bei meinem eigenen Risikoprofil (ich hab das damals hier diskutiert) sind Rohstoffe für mich persönlich kein Thema mehr. Aber für jüngere Sparer kann ein moderater Anteil durchaus Sinn machen – vorausgesetzt, die Kosten passen.

Meine Faustregel: Wenn die Gesamteffektivkosten (Produktkosten + Depotgebühr) über 1,0% liegen, rechnet sich das selbst mit Grundzulage kaum noch sauber durch. Gerade bei Rohstoffprodukten würde ich deshalb sehr genau auf das Produktblatt schauen und verschiedene Anbieter direkt vergleichen. Die ausgewiesenen Effektivkostenwerte sind immerhin jetzt einheitlich berechnet – das ist eine echte Verbesserung gegenüber Riester.


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