Hallo zusammen,
ich bin nach etwa 15 Jahren komplett raus aus dem Thema Altersvorsorge und versuche gerade, mich wieder reinzufuchsen. Mein alter Riester-Vertrag liegt bei einer Versicherung und wirft quasi nichts ab – ich überlege ernsthaft, ob ich das 2027 mit dem neuen Altersvorsorgedepot endlich anders aufstellen kann.
Mein Plan wäre eigentlich ein klassischer MSCI World ETF als Kern, aber ich frage mich ob es Sinn macht, da auch einen kleinen Rohstoff-Anteil beizumischen. Ich meine: früher hätte man vielleicht Gold-Zertifikate o.ä. genommen, aber das fühlt sich irgendwie angestaubt an. Was ist heutzutage eigentlich die vernünftige Art, Rohstoffe im Depot abzubilden – sprich, welche Vehikel funktionieren förderrechtlich überhaupt im neuen Altersvorsorgedepot?
Ich habe gelesen, dass ETFs auf Rohstoffindizes funktionieren sollen, aber ich blick da noch nicht ganz durch welche Produkte dann tatsächlich zugelassen sind und welche nicht. Gibt es da bestimmte Kriterien nach dem AltZertG die ich im Blick haben muss? Und macht ein Rohstoffanteil von, sagen wir, 10-15% überhaupt Sinn wenn man noch 20+ Jahre bis zur Rente hat – oder ist das bei dem Zeithorizont eher Spielerei?
Freue mich über praktische Einschätzungen von Leuten, die sich da schon eingehender damit beschäftigt haben.
Grüße
Stefan
Mal eine andere Perspektive: Ich bin grundsätzlich skeptisch ob Rohstoffe im Altersvorsorgedepot für die meisten Sparer tatsächlich den Mehrwert liefern den man sich erhofft. Der Inflationsschutz-Narrative klingt gut, aber die Empirie ist dünn. In den 70ern ja, aber danach? Sehr durchwachsen.
Und was das Förderrechtliche angeht: Ob ein Produkt nach AltZertG zugelassen ist oder nicht, steht und fällt letztlich mit dem jeweiligen Anbieter ab 2027. Die Zertifizierungskriterien für das Depot betreffen primär das Depot-Produkt selbst, nicht jeden einzelnen ETF darin. Sprich: Der Depotanbieter entscheidet welche ETFs er in sein Produktuniversum aufnimmt. Das kann je nach Anbieter unterschiedlich sein. Ich würde da keine voreiligen Pläne schmieden solange die konkreten Produktangebote noch gar nicht feststehen.
Hallo Stefan,
ich hab mich vor ein paar Wochen auch intensiv mit Rohstoffen im neuen Depot beschäftigt, u.a. weil ich nach meiner Familienpause endlich wieder systematisch vorsorgen will. Mein Fazit: Rohstoff-ETFs können im Altersvorsorgedepot 2027 grundsätzlich funktionieren, aber da sind ein paar Dinge zu beachten.
Die entscheidende Frage ist, ob das ETF als OGAW/UCITS aufgelegt ist – das ist nach meinem Verständnis die Grundvoraussetzung damit ein ETF überhaupt im neuen Depot genutzt werden kann. Einfache ETFs auf breite Rohstoffindizes (z.B. Bloomberg Commodity Index) erfüllen das oft, aber direkte Waren-ETC oder physisch besicherte Produkte mit Ausnahme von bestimmten Gold-ETCs fallen da teilweise raus.
Zum Anteil: Ich plane selbst etwa 10% Rohstoffe als Inflationsschutz beizumischen, den Rest halt klassisch in Aktien-ETFs. Hab dazu auch mal den Thread zu Gold vs. Silber gelesen, da war das auch Thema. Bei 20+ Jahren Anlagehorizont finde ich einen kleinen Rohstoffanteil okay, aber er sollte halt nicht der Schwerpunkt sein.