Rohstoffe im AVD: W...
 
Benachrichtigungen
Alles löschen

Rohstoffe im AVD: Welche Währungsrisiken treffen mittelbaren Sparer?

5 Beiträge
5 Benutzer
0 Reactions
16 Ansichten
H.Weber
Beiträge: 59
Themenstarter
(@h-weber)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten
[#174]

Hallo zusammen,

ich bin Rentner und über meine Frau mittelbar förderberechtigt fürs neue Altersvorsorgedepot ab 2027. Wir haben uns das in den letzten Wochen genauer angeschaut und überlegen, ob wir neben einfachen ETFs auch einen kleinen Rohstoffanteil einplanen sollten.

Bei Rohstoffen bin ich aber auf ein Thema gestoßen, das ich nicht wirklich verstehe: das Währungsrisiko. Die meisten Rohstoffe – Gold, Öl, Metalle – werden ja in US-Dollar gehandelt. Wenn der Euro gegenüber dem Dollar steigt, verliert man als europäischer Anleger also an Wert, selbst wenn der Rohstoff gleichbleibt? Hab ich das richtig verstanden?

Jetzt frage ich mich: Ist das besonders relevant, wenn man wie wir eher bescheidene Mittel hat und auf die staatliche Grundzulage angewiesen ist? Wir können keine großen Verluste abfedern. Meine Frau hat eine reguläre Rente, ich beziehe eine sehr kleine eigene Rente und nutze die mittelbare Förderberechtigung.

Gibt es Rohstoff-Produkte, die das Währungsrisiko abgesichert haben (also "hedged"), und lohnt sich das bei kleinen Anlagesummen überhaupt? Oder ist das für unsere Situation zu kompliziert und wir sollten einfach bei einem soliden Welt-ETF bleiben?

Over jede praktische Einschätzung bin ich dankbar!

H. Weber


4 Antworten
Markus F.
Beiträge: 35
(@depotdaddy42)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurz gesagt: Ja, Sie haben das Währungsthema korrekt verstanden. USD-notierte Rohstoffe = automatisch Dollarrisiko für uns Europäer.

Hedged-Varianten gibt's, aber die Kosten sind bei kleinen Sparraten wirklich ein Problem. Ich hab das mal für meine eigenen Berechnungen durchgespielt – bei 50 Euro monatlich Einzahlung und 0,5% Mehrkosten durch Hedging schmilzt da auf 20-30 Jahre ein merklicher Betrag weg. Hab das in meinem Rechner-Vergleich auch als Variable drin, falls Sie mögen: Kinderzulage und nachgelagerte Besteuerung: welcher Rechner stimmt? – da ist auch ein allgemeiner Kostenrechner verlinkt.

Für mittlebar Förderberechtigte mit überschaubarem Budget würde ich den Rohstoffanteil auf maximal 5-10% des Depots begrenzen, wenn überhaupt. Und dann eher ungesichert als mit teurem Hedging – das Währungsrisiko über so lange Zeiträume gleicht sich historisch oft aus, wenn auch nicht garantiert.


Antwort
Jana H.
Beiträge: 18
(@j-hoffmann)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Monaten

Ich bin zwar jünger und hab eine ganz andere Situation, aber das Währungsthema interessiert mich auch – besonders weil ich irgendwann mal schauen will ob ich neben meiner Immobilienplanung noch Rohstoffe als Inflationsschutz einbaue.

Was ich dazu gelesen hab: Currency-Hedging lohnt sich bei Aktien-ETFs eher nicht langfristig, bei Rohstoff-ETFs ist es sogar noch fraglicher. Das liegt daran, dass Rohstoffpreise selbst schon stark schwanken – das Währungsrisiko obendrauf fällt da prozentual gar nicht so stark ins Gewicht wie bei einem stabilen Anleihe-ETF zum Beispiel.

Für Sie, Herr Weber, klingt ein einfacher Welt-ETF ohne Rohstoffbeimischung ehrlich gesagt am sinnvollsten. Weniger Komplexität, weniger Kosten, und die Grundzulage kommt trotzdem voll.


Antwort
Werner-Kohl
Beiträge: 62
(@werner-kohl)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich sehe das etwas anders als die Vorredner, ehrlich gesagt.

Das Währungsrisiko ist real, aber ich würde es nicht überdramatisieren. Wer 20+ Jahre anlegt, hat historisch gesehen durch Währungsschwankungen weder dauerhaft gewonnen noch dauerhaft verloren – es gleicht sich über lange Zeiträume aus. Hedging kostet Geld, das Sie sicher haben. Das Währungsrisiko ist unsicher in beide Richtungen.

Aber das eigentliche Problem für Ihre Situation sehe ich woanders: Als mittelbarer Förderberechtigter müssen Sie aufpassen, dass das Depot auf Ihre Frau läuft und Sie quasi über sie einzahlen. Das schränkt die Flexibilität bei der Produktwahl unter Umständen ein, je nachdem welcher Anbieter 2027 an den Start geht. Rohstoff-ETFs werden nicht alle Anbieter im Angebot haben.

Ich beschäftige mich gerade intensiver damit, wie man in der Auszahlungsphase optimal aufgestellt ist – da spielt die Depozusammensetzung in der Ansparphase natürlich auch rein. Volatile Rohstoffe kurz vor Rentenbeginn können echt zum Problem werden.


Antwort
WolfgangK
Beiträge: 40
(@wolfgangk)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Hallo Herr Weber,

Sie haben das Grundprinzip schon richtig erfasst: Rohstoffe notieren in Dollar, und als Euro-Anleger trägt man immer auch das Wechselkursrisiko. Steigt der Euro, drückt das die Rendite – selbst wenn der Rohstoffpreis selbst konstant bleibt.

Es gibt sogenannte währungsgesicherte ETFs (oft mit dem Zusatz "EUR Hedged" im Namen). Die sichern dieses Risiko über Termingeschäfte ab, aber das kostet extra – oft 0,3 bis 0,6 Prozent Mehrkosten pro Jahr, manchmal mehr. Bei kleinen Anlagesummen frisst das einen spürbaren Teil der Rendite.

Für Ihre Situation – mittelbare Förderberechtigung, begrenzte Mittel, Abhängigkeit von der Grundzulage – würde ich ehrlich gesagt keinen großen Rohstoffanteil empfehlen. Das Altersvorsorgedepot soll ja langfristig und verlässlich funktionieren, nicht spekulieren. Ein breit gestreuter Welt-ETF bringt übrigens auch indirekt Rohstoffexposure über Bergbau- und Energiekonzerne mit.

Ich hab mich mit ähnlichen Fragen zur Produktauswahl schon beschäftigt, zum Beispiel im Zusammenhang mit der Anbieterwahl und Förderanträgen – da spielt die Produktauswahl auch eine Rolle. Mein Rat: Erstmal einfach anfangen, Grundzulage mitnehmen, und Rohstoffe wenn überhaupt nur mit sehr kleinem Anteil.


Antwort
Teilen: