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Werbezins vs. Realzins: Wo verstecken sich die Gebühren beim Tagesgeld?

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TechMike_92
Beiträge: 23
Themenstarter
(@techmike_92)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen
[#48]

Hi zusammen,

bin gerade dabei mein Tagesgeld für den Sommer zu optimieren (will bisschen was für den Urlaub zurücklegen) und stoße immer wieder auf krasse Unterschiede zwischen beworbenen Zinsen und dem was am Ende rauskommt.

Beispiel: Eine Bank wirbt mit 3,5% p.a. für Neukunden, aber im Kleingedruckten steht dann "für 6 Monate, danach 0,8%". Eine andere hat 2,8% aber dafür Kontoführungsgebühren von 2€ monatlich. Bei wieder einer anderen muss man erst 25.000€ mindestens anlegen um den beworbenen Zins zu bekommen.

Was mich richtig ärgert: manche bewerben den Zins "brutto" aber ziehen dann noch irgendwelche Servicegebühren oder Verwaltungsentgelte ab. Das steht dann nur in irgendeinem PDF versteckt.

Mit Blick auf 2027 und das neue Altersvorsorgedepot will ich jetzt schon mal lernen wo überall Kostenfallen lauern. Schließlich wird da auch wieder mit attraktiven Konditionen geworben werden.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht? Worauf achtet ihr bei Tagesgeld-Angeboten um nicht in die Gebührenfalle zu tappen? Gibt es irgendwelche versteckten Kosten die man leicht übersieht?

Danke schonmal!


3 Antworten
S.Hofmann
Beiträge: 31
(@s-hofmann)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Das kenne ich nur zu gut aus meiner Selbständigkeit. Die Banken sind da leider sehr kreativ geworden.

Meine Checklist für Tagesgeld-Angebote:
1. Immer das komplette Preis-Leistungsverzeichnis downloaden und durchlesen
2. Nach "Effektivzins" oder "Zins nach Kosten" fragen - nicht nur den Nominalzins anschauen
3. Mindestanlage und Höchstgrenze für beworbenen Zins prüfen
4. Staffelzinsen: oft gilt der Top-Zins nur bis 10.000€
5. Kündigungsfristen beachten - manche haben 3 Monate Kündigungsfrist

Besonders fies: "Aktivitätsprämien" wo man jeden Monat mindestens 500€ einzahlen muss um den Zins zu behalten. Oder Kopplungsgeschäfte wo man zusätzlich ein Girokonto eröffnen muss.

Bei Altersvorsorge-Beratung hatte ich ähnliche Probleme mit versteckten Kosten - da wird's 2027 genauso wichtig sein genau hinzuschauen.


Antwort
VorsorgeFuchs28
Beiträge: 30
(@vorsorgefuchs28)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Wochen

Da muss ich aber widersprechen - die 0,2% weniger können bei größeren Beträgen schon ordentlich ins Geld gehen!

Ich nutze einen Excel-Calculator wo ich alle Angebote durchrechne. Wichtig ist die Gesamtrendite nach einem Jahr zu vergleichen, nicht nur den beworbenen Zins.

Versteckte Kostenpunkte die mir schon begegnet sind:
- Überweisungsgebühren (!) bei manchen Direktbanken
- Inaktivitätsgebühren nach 6 Monaten ohne Bewegung
- Währungsrisiko bei ausländischen Banken trotz €-Konto
- Negative Zinsen ab bestimmter Anlagesumme

Für 2027: Das wird ein riesiges Thema werden. Die ganzen neuen Anbieter für Altersvorsorgedepots werden mit Kampfpreisen locken aber irgendwo müssen sie ja Geld verdienen.

Mein Tipp: Immer konkret nachfragen "Was kostet mich das Konto bei 15.000€ Guthaben nach 12 Monaten inklusive aller Gebühren?" - dann wird's meist schnell ehrlich.


Antwort
RentenPro67
Beiträge: 17
(@rentenpro67)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 3 Wochen

Kann S.Hofmann nur zustimmen. Nach 40 Jahren Berufsleben hab ich schon viele Maschen der Banken gesehen.

Wichtigster Tipp: Immer den Effektivzins berechnen lassen! Also Zinserträge minus alle Gebühren, bezogen auf die tatsächliche Laufzeit.

Aktuell besonders aufpassen bei:
- Zinsgarantien die nur 3-4 Monate gelten
- "Willkommensbonus" der nur einmalig ausgezahlt wird
- Mindestgeldeingang auf gekoppeltem Girokonto
- Gebühren für Zinsgutschrift (!)

Mein Rat: Lieber 0,2% weniger Zins aber dafür transparent und ohne Fallstricke. Die Zeit die du mit Kleingedrucktem und Gebührenrechnerei verbringst ist mehr wert als die paar Euro Mehrertrag.


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