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Garantieprodukte im AVD 2027 – was bleibt von Riester wirklich übrig?

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Heinz M.
Beiträge: 24
Themenstarter
(@heinz_1952)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#160]

Hallo zusammen,

ich bin Rentner und verfolge das Thema Altersvorsorgedepot 2027 hauptsächlich im Hinblick auf meine Enkel, die bald ins Berufsleben einsteigen. Als jemand, der noch die klassische Lebensversicherung und später auch Riester kennengelernt hat, stellen sich mir einige Fragen, die ich hier gerne loswerden möchte.

Meine Enkel sind skeptisch gegenüber allem, was mit "Garantie" wirbt – und ehrlich gesagt kann ich das nach den mageren Riester-Jahren gut verstehen. Gleichzeitig höre ich, dass es im neuen AVD 2027 weiterhin Garantieprodukte geben soll. Mich würde interessieren: Was hat sich durch die Riester-Reform wirklich verändert? Sind die neuen Garantieprodukte tatsächlich besser konzipiert als die alten Riester-Versicherungen, oder läuft es am Ende auf dasselbe hinaus – hohe Kosten, wenig Rendite, dafür Sicherheit auf dem Papier?

Außerdem habe ich gelesen, dass es für Berufseinsteiger einen besonderen Bonus geben soll. Kann das für meine Enkel ein Argument sein, doch eher eine Variante mit Garantie zu wählen statt gleich alles in einen ETF-Sparplan zu stecken? Ich meine, gerade am Anfang der Berufslaufbahn ist man ja noch nicht so risikoerprobt.

Für praktische Erfahrungen oder Einschätzungen wäre ich sehr dankbar. Schönen Sommertag noch!


3 Antworten
Kritiker_77
Beiträge: 44
(@kritiker_77)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich bleib da ehrlich: die meisten "neuen" Garantieprodukte im AVD-Umfeld sind meiner Meinung nach alter Wein in neuen Schläuchen. Hatte dazu schon im Hybridprodukt-Thread geschrieben – das Grundproblem bleibt dasselbe: Garantie kostet Performance, und wer die Kosten in den Bedingungen nicht findet, sucht an der falschen Stelle.

Der Riester-Reform-Gedanke war gut, aber ich würde erstmal abwarten, wie die konkreten Produktbedingungen aussehen, bevor man irgendjemanden zu einem Garantieprodukt rät. Bisher hat man bei Garantien immer draufgezahlt – entweder durch niedrige Rendite oder versteckte Verwaltungskosten. Den Berufseinsteigerbonus bekommt man ja auch bei einem reinen Depot-Produkt, nicht nur bei Versicherungen. Warum also für Sicherheit zahlen, die man mit 25 Jahren noch gar nicht braucht?

Kann sein dass es diesmla besser wird. Kann aber auch nicht sein. Ich warte auf belastbare Zahlen.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 23
(@markus88)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Zur Frage des Berufseinsteigerbonus und Garantieprodukten: aus fördertechnischer Sicht wird der Bonus über die ZfA beitragsproportional angerechnet – sprich er kommt bei Garantieprodukten und ETF-Depots gleichermaßen zum Tragen, sofern die Mindestbeiträge erfüllt sind. Der Unterschied liegt dann wirklich nur noch in der Kostenstruktur und Renditechance des Produkts selbst.

Was die Riester-Reform angeht: es stimmt, dass die Garantieanforderungen beim neuen AVD flexibler gestaltet sein sollen als beim alten Riester, wo 100% Beitragserhalt Pflicht war. Das ist strukturell erstmal positiv. Ob die Anbieter das aber nutzen um günstigere Produkte anzubieten oder einfach nur die Margen zu erhöhen, steht noch offen. Ich würde Ihren Enkeln empfehlen, bei Garantieprodukten explizit nach der Effektivkostenquote zu fragen – die muss seit der Reform transparent ausgewiesen werden. Da sieht man relativ schnell ob es sich lohnt.


Antwort
ETFsparplan34
Beiträge: 54
(@etfsparplan34)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hallo Heinz,

interessante Frage – ich hab mich mit dem Sparplanrechner für 2027 schon etwas beschäftigt (mein Beitrag dazu: Sparplanrechner mit Förderung 2027: Wie ETF-Altersvorsorge realistisch planen?) und würde das etwas nüchtern einordnen.

Der Berufseinsteigerbonus klingt verlockend, aber meiner Einschätzung nach lohnt er sich am meisten, wenn man ihn mit einem renditestarken Produkt kombiniert – also eher ETF-basiert. Garantieprodukte fressen durch die Absicherungskosten einen erheblichen Teil der Förderung wieder auf. Das war bei Riester schon so, und ich sehe keinen Grund warum das beim neuen AVD grundlegend anders sein sollte, zumindest bei versicherungsförmigen Garantieprodukten.

Für Berufseinsteiger würde ich persönlich eher sagen: langer Anlagehorizont = mehr Risikotragfähigkeit, nicht weniger. Gerade am Anfang der Berufslaufbahn hat man 30-40 Jahre vor sich. Da kann ein breit gestreuter ETF-Sparplan Schwankungen problemlos aussitzen. Garantie kostet immer etwas – die Frage ist ob man diesen Preis wirklich zahlen will.


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