Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit dem Altersvorsorgedepot, das ja ab 2027 starten soll. Da ich noch etwas Zeit habe – den Sommer nutze ich zum Recherchieren, wenn ich nicht gerade im Urlaub bin – möchte ich die Anbieter schon mal vorab vergleichen.
Mein Problem: Ich blicke bei den Kostenstrukturen nicht wirklich durch. Auf den Webseiten steht meistens nur die Depotgebühr oder der Ausgabeaufschlag groß und fett, aber ich habe das Gefühl, dass da noch viel mehr drinsteckt, was man erst im Kleingedruckten findet.
Konkret interessiert mich:
- Gibt es beim Altersvorsorgedepot spezifische Gebühren, die es bei normalen Depots so nicht gibt, weil das Produkt staatlich gefördert ist?
- Was ist mit Transaktionskosten bei Rebalancing? Wenn ich z.B. einmal im Jahr umschichte, entstehen da zusätzliche Kosten?
- Spreads beim ETF-Kauf – die tauchen ja oft gar nicht explizit auf
- Gibt es bei manchen Anbietern sowas wie eine "Verwaltungsgebühr" für die Förderabwicklung?
Ich will nicht erst 2027 merken, dass ich beim falschen Anbieter bin und dann Probleme mit einem Wechsel bekomme. Hat jemand das schon systematisch durchgegangen? Irgendeine Art von Checkliste wäre ideal.
Danke schon mal,
Thomas
Kurz und praktisch: Schau bei jedem Anbieter ins Preis-Leistungsverzeichnis unter dem Stichwort "Abwicklung Altersvorsorgeverträge" oder ähnlich. Was dort nicht steht, kannst du per Mail anfragen und dir schriftlich bestätigen lassen. Das klingt aufwendig, aber bei einem Vertrag über 20-30 Jahre lohnt sich die halbe Stunde.
Ich seh das ein bisschen anders als Werner oben. Die Struktur ist grundsätzlich richtig beschrieben, aber ich würde den Fokus etwas verschieben.
Für die meisten Sparer mit einem einfachen ETF-Portfolio (ein oder zwei Positionen) sind Rebalancing-Kosten und Spreads ehrlich gesagt sekundär. Wer einmal im Jahr einen MSCI World ETF kauft und sonst nichts tut, dem schaden die Spreads kaum.
Was wirklich relevant ist und oft übersehen wird: die **TER-Differenz zwischen ähnlichen ETFs**. Wenn Anbieter A nur einen ETF auf den gleichen Index mit 0,20% TER listet, Anbieter B aber einen mit 0,07%, dann macht das über 30 Jahre bei relevantem Sparbetrag einen erheblichen Unterschied – mehr als die meisten Depotgebühren.
Außerdem: Ich hatte mich hier zur ETF-Auswahl nach Depoteröffnung geäußert. Das hängt direkt zusammen – welche ETFs der Anbieter überhaupt zulässt, bestimmt auch deine Kostenstruktur.
Für die Förderabwicklungsgebühr: Ich habe bisher bei keinem der großen Direktbanken und Neobroker eine explizite Gebühr dafür gesehen. Könnte aber sein, dass das 2027 bei manchen Anbietern neu eingeführt wird. Das sollte man im Auge behalten.
Das Thema kenne ich gut – ich hab mich damit schon länger beschäftigt, auch im Kontext normaler Depots. Ich hatte damals einen Thread zu Depotgebühren und versteckten Kosten aufgemacht, da sind einige hilfreiche Punkte zusammengekommen.
Für das Altersvorsorgedepot 2027 gilt grundsätzlich ähnliches, aber du hast recht, dass es ein paar spezifische Punkte gibt:
**Förderabwicklung:** Einige Anbieter könnten tatsächlich eine Gebühr für die Verwaltung der staatlichen Zulage einbauen – das ist noch nicht bei allen transparent. Im Preis- und Leistungsverzeichnis unter "Sonstige Leistungen" versteckt sich sowas gerne.
**Spreads:** Die tauchen nie in den Werbeunterlagen auf. Bei ETFs auf liquiden Indizes wie dem MSCI World sind sie klein, aber bei Nischen-ETFs kann das schon ins Gewicht fallen – gerade wenn du regelmäßig rebalancst.
**Rebalancing-Kosten:** Manche Broker haben Freifreistellungen pro Quartal, andere nicht. Das lohnt sich wirklich zu prüfen.
Meine Empfehlung: Schau immer ins vollständige Preis- und Leistungsverzeichnis, nicht nur in die Übersichtsseite. Und vergleich konkret anhand eines Beispielsparplans – 100€/Monat, 1x jährliches Rebalancing – dann siehst du echte Zahlen.