Hallo zusammen,
ich beschäftige mich seit ein paar Monaten intensiver mit dem Thema Altersvorsorgedepot und bin ziemlich begeistert von den Möglichkeiten. Jetzt hab ich aber eine Frage zu meinen bestehenden Vorsorgeprodukten.
Ich habe seit 2018 eine Riester-Rente bei der Allianz am laufen, zahle da monatlich 150€ ein. Außerdem hab ich noch eine private Rentenversicherung von 2020 und eine kleine Berufsunfähigkeitsversicherung. Gesamt kommen da schon über 300€ im Monat zusammen.
Nun meine Frage: Kann ich diese bestehenden Verträge irgendwie in ein Altersvorsorgedepot integrieren oder umschichten? Die Kosten bei meinen aktuellen Produkten sind ziemlich hoch und die Rendite... naja, eher mau. Mit ETFs im Depot würde ich wahrscheinlich deutlich besser fahren.
Bei der Riester-Rente hab ich ja schon staatliche Förderung bekommen - geht die verloren wenn ich wechsle? Und was ist mit den bereits eingezahlten Beiträgen?
Hat hier jemand schon mal so einen Wechsel gemacht? Bin für jeden Tipp dankbar! Gerade jetzt im Frühjahr will ich meine Finanzen mal richtig durchleuchten und optimieren.
Hallo ETFsparplan34,
eine direkte Integration bestehender Versicherungsprodukte in ein Altersvorsorgedepot ist leider nicht möglich. Das sind völlig unterschiedliche Produktkategorien mit verschiedenen rechtlichen Rahmenbedingungen.
Bei der Riester-Rente ist besondere Vorsicht geboten: Eine Kündigung führt zur Rückzahlung aller erhaltenen Zulagen und Steuervorteile. Das kann richtig teuer werden. Ein Wechsel des Anbieters innerhalb der Riester-Welt wäre möglich, aber auch da fallen meist Abschlusskosten an.
Mein Rat: Behalten Sie die bestehenden Verträge bei, aber reduzieren Sie die Beiträge auf das Minimum für die maximale Förderung. Bei Riester wären das etwa 60€ im Jahr plus 4% des Vorjahreseinkommens. Den Rest können Sie dann in ein Altersvorsorgedepot mit ETFs investieren.
Für die private Rentenversicherung können Sie prüfen, ob eine Beitragsfreistellung sinnvoll ist. Das kommt auf die bereits angesparten Summe und die Vertragsbedingungen an.
Da muss ich Werner zustimmen - direkte Integration geht nicht. Hab mich auch schon mit dem Thema beschäftigt, weil ich ähnliche "Altlasten" habe.
Ein wichtiger Punkt noch: Bei der BU-Versicherung würde ich sehr vorsichtig sein. Die solltest du auf keinen Fall kündigen, falls du gesundheitlich noch fit bist. Eine neue BU zu bekommen wird mit jedem Jahr schwieriger und teurer.
Was die Kosten angeht - stimmt schon, dass ETFs günstiger sind. Aber bei Small-Cap-ETFs underperformen MSCI World trotz historischer Outperformance hatte ich ja schon mal geschrieben, dass auch ETFs ihre Tücken haben können.
Mein Tipp: Lass die Verträge erstmal laufen, spare parallel mit ETFs an und entscheide in ein paar Jahren neu. So behältst du alle Optionen offen.
Integration ist definitiv nicht möglich - das sind unterschiedliche Welten.
Wichtig: Vor jeder Kündigung unbedingt die Vertragsunterlagen prüfen und am besten einen unabhängigen Berater konsultieren. Bei Versicherungsprodukten können hohe Stornokosten anfallen, die jahrelang die Rendite auffressen würden.
Alternativ könnten Sie eine schrittweise Umschichtung erwägen: Neue Beiträge gehen ins Altersvorsorgedepot, bestehende Verträge laufen weiter.