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[Gelöst] Riester läuft seit 15 Jahren – jetzt einfach stilllegen oder kündigen?

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Gerhard L.
Beiträge: 25
Themenstarter
(@gerhard62)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#211]

Hallo zusammen,

ich bin 62 und habe seit 2009 einen Riester-Vertrag bei der Debeka. Damals war das die empfohlene Lösung, und ich hab brav eingezahlt. Inzwischen bin ich aber ehrlich gesagt ziemlich unzufrieden – die Kosten sind intransparent, die Rendite war mehr als bescheiden, und jetzt höre ich überall von diesem neuen Altersvorsorgedepot ab 2027.

Meine Frage ist eigentlich recht konkret: Was passiert mit meinem bisherigen Riester-Guthaben, wenn ich 2027 ins neue Depot wechsle? Kann ich das Guthaben überhaupt übertragen, oder muss ich den alten Vertrag stilllegen und das Neue parallel aufbauen? Und was ist mit den Zulagen, die ich über die Jahre bekommen habe – die müssen doch nicht zurückgezahlt werden, wenn man es richtig macht, oder?

Ich frage auch deshalb, weil ich noch ungefähr 5 Jahre bis zur Rente habe. Der Zeithorizont ist also nicht mehr riesig. Lohnt sich der ganze Aufwand eines Wechsels da noch, oder ist das mehr Stress als Nutzen?

Im Sommer hat man ja etwas mehr Zeit zum Nachdenken – die Kinder sind aus dem Haus, es ist heiß, und ich sitze abends auf der Terrasse und grübel über solche Sachen. Wäre schön, wenn mir hier jemand mit Erfahrung weiterhelfen könnte. Ich bin kein Finanzprofi und will nur nichts falsch machen.


4 Antworten
Gerhard_1951
Beiträge: 71
(@gerhard_1951)
Estimable Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Gerhard62, ich bin 1951 Jahrgang und kenne das Grübeln auf der Terrasse gut.

Ich hab mir dieselbe Frage gestellt, allerdings bin ich schon in Rente und damit aus der Nummer raus – für mich kam der Wechsel nicht mehr in Frage. Aber ich hab in einem anderen Thread hier gelesen, dass gerade Leute mit wenigen Jahren bis zur Rente sehr genau hinschauen müssen, was der Riester-Vertrag bei Auszahlung überhaupt bringt. Viele Versicherungs-Riester zahlen als Rente aus, nicht als Kapital – und da ist der Übertrag ins neue Depot gar nicht so einfach möglich, weil das Guthaben schon verrentet wird.

Frag also unbedingt bei der Debeka nach, in welcher Auszahlungsphase dein Vertrag ist und ob ein Kapitalübertrag überhaupt noch möglich ist. Das ist entscheidend, bevor man irgendetwas weiteres plant.


Antwort
VorsorgeMentor67
Beiträge: 49
(@vorsorgementor67)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Hallo Gerhard62,

das ist eine sehr berechtigte Frage, und du bist damit sicher nicht allein – viele Riester-Sparer stehen jetzt vor genau dieser Entscheidung.

Zur Sachlage: Nach aktuellem Stand des Altersvorsorgereformgesetzes soll ein geförderter Übertrag des Riester-Guthabens ins neue Altersvorsorgedepot möglich sein, ohne dass bereits gewährte Zulagen zurückgefordert werden. Das ist einer der Punkte, die das neue System attraktiv machen sollen. Allerdings hängt das konkret von der Ausgestaltung im jeweiligen Anbietervertrag ab – manche Riester-Anbieter werden Übertragungsgebühren verlangen, das solltest du vorher klären.

Bei deinem Zeithorizont von ca. 5 Jahren bis Rente ist die Frage nach dem Wechsel tatsächlich differenzierter. Ein Übertrag lohnt sich vor allem dann, wenn die Kostenstruktur deines alten Vertrags wirklich schlecht ist – und bei vielen klassischen Versicherungs-Riestern ist das leider der Fall. Ich hatte das Kostenthema schon mal im Grundlagenthread ETF-Kosten verstehen - was kostet mich das Altersvorsorgedepot wirklich? angesprochen – da siehst du gut, wie stark Kosten langfristig auf die Rendite drücken.

Kündigen würde ich den Riester auf keinen Fall übereilt. Stilllegen und parallel das neue Depot aufbauen ist oft die ruhigere Variante, bis die Übertragswege 2027 klar definiert sind.


Antwort
Marcus W.
Beiträge: 16
(@marcus-weber)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich seh das ehrlich gesagt ein bisschen anders als VorsorgeMentor67.

Bei 5 Jahren Restlaufzeit würde ich persönlich ganz genau rechnen, ob sich der Verwaltungsaufwand eines Übertrags noch lohnt. Du hast schon jahrelang Zulagen kassiert, das Guthaben ist aufgebaut – und jetzt in den letzten Jahren nochmal alles umzuschmeißen kann auch Kosten und Nerven fressen.

Ich hab mich für meinen eigenen Einstieg intensiv mit dem Kostenthema beschäftigt (der Anbietervergleich-Thread hat mir da einiges gebracht). Was ich dabei gelernt habe: nicht nur die laufenden Kosten zählen, sondern auch Wechsel- und Übertragungsgebühren. Die können bei alten Versicherungsverträgen empfindlich hoch sein.

Mein Tipp: Ruf mal bei der Debeka an und frag konkret, was ein Übertrag oder eine Kündigung kostet. Mit dieser Zahl kannst du dann viel besser abwägen. Ohne die Zahlen auf dem Tisch ist das alles ein bisschen Kaffeesatzlesen.


Antwort
WolfgangK
Beiträge: 40
(@wolfgangk)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kündigen würde ich auf keinen Fall ohne vorher die genauen Rückkaufwerte und Transferkosten zu kennen. Bei Versicherungsriestern verschwinden da manchmal erhebliche Summen – das hab ich in anderem Zusammenhang schon erlebt.


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