Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiver mit dem neuen Altersvorsorgedepot, das ja ab 2027 startet. Ich bin ehrlich gesagt noch ziemlicher Anfänger was ETFs angeht und stehe vor ein paar grundlegenden Fragen, bevor das Ganze dann wirklich losgeht.
Ich hab mich schon ein bisschen eingelesen und verstehe grob, dass ETFs Körbe aus verschiedenen Aktien oder Anleihen sind. Aber schon bei der Auswahl verliere ich den Überblick. Es gibt ja so viele verschiedene Typen: World-ETFs, Themen-ETFs, Dividenden-ETFs, Emerging-Markets-ETFs usw. Welche davon eignen sich überhaupt gut für ein langfristiges Altersvorsorgedepot?
Ich frage mich zum Beispiel:
– Reicht ein einziger breit gestreuter ETF oder sollte man mehrere kombinieren?
– Was ist der Unterschied zwischen einem physisch replizierenden und einem synthetischen ETF, und spielt das für mich als Anfänger überhaupt eine Rolle?
– Sollte ich bei einem Produkt für die Altersvorsorge eher auf ausschüttende oder thesaurierende ETFs setzen?
Draußen ist es gerade brutal heiß und ich sitz hier mit nem Ventilator und versuche mich durch Fachbegriffe zu arbeiten – nicht ganz ideal 😄 Aber ich möchte gut vorbereitet sein, wenn das Depot dann 2027 endlich verfügbar ist.
Freue mich über verständliche Erklärungen, keine Fachsprache-Flut bitte!
Hallo Marc,
als jemand der sich schon eine Weile mit dem Thema beschäftigt (ich hab auch im Thread zu digitalen Tools einiges dazu geschrieben), versuch ich mal die wichtigsten Punkte zu beantworten.
Für die Altersvorsorge gilt eigentlich ein simples Grundprinzip: möglichst breit streuen, möglichst günstig bleiben. Ein einziger ETF auf einen weltweiten Index – oft wird da der MSCI World oder FTSE All-World genannt – deckt tausende Unternehmen weltweit ab. Das reicht für die meisten Anleger als Basis völlig aus. Themen-ETFs (KI, Energie, Gesundheit usw.) klingen verlockend, schwanken aber oft stärker und sind nichts für den langfristigen Kerninvest.
Zur physisch/synthetisch-Frage: Physisch bedeutet, der ETF kauft die Aktien wirklich. Synthetisch bildet den Index über sogenannte Swaps nach. Für Einsteiger würde ich einfach bei physisch replizierenden bleiben – das ist transparenter und intuitiv leichter nachvollziehbar.
Und thesaurierend vs. ausschüttend: Für ein Altersvorsorgedepot macht thesaurierend eigentlich mehr Sinn, weil Erträge direkt wieder angelegt werden und du vom Zinseszinseffekt über Jahrzehnte profitierst. Ausschüttend ist interessant, wenn du regelmäßige Auszahlungen willst – aber das wird bei der Altersvorsorge eher erst im Rentenalter relevant.
Kurzfassung: 1 breiter World-ETF, physisch replizierend, thesaurierend – das ist ein solider Startpunkt für 2027.
Wie L.Weber oben schreibt, reicht ein breiter World-ETF für den Anfang wirklich aus – da muss man nicht komplizierter denken als nötig. Ich würd nur noch ergänzen: Schau auch auf die Gesamtkostenquote (TER). Die sollte idealerweise unter 0,25% pro Jahr liegen, sonst frisst die Kostenbelastung über die Jahrzente merklich Rendite weg. Bei den großen Anbietern findet man sowas problemlos.