Welchen ETF nehme i...
 
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Welchen ETF nehme ich als Erstes – ich blick nicht durch

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LaraKoch
Beiträge: 32
Themenstarter
(@larakoch)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten
[#204]

Hallo zusammen,

ichbin gerade dabei, mich auf das Altersvorsorgedepot 2027 vorzubereiten und stolpere immer wieder über die ETF-Auswahl. Ich hab das Gefühl, ich lese überall andere Empfehlungen und weiß am Ende noch weniger als vorher.

Bisheriges Wissen: quasi null. Ich hab nie wirklich investiert, und Begriffe wie "thesaurierend", "TER", "replizierend" machen mir ehrlich gesagt Bauchschmerzen. Ich versteh das Prinzip von ETFs – Korb mit vielen Aktien – aber sobald es konkreter wird, verlier ich den Faden.

Meine Fragen:
– Brauche ich überhaupt mehrere ETFs oder reicht einer zum Start?
– Wonach soll ich überhaupt auswählen, wenn ich keine Ahnung von Börse habe?
– Gibt es irgendwelche ETFs die explizit NICHT für das neue Altersvorsorgedepot geeignet sind?
– Und was bedeutet eigentlich "UCITS" – das steht überall drauf

Ich bin Mitte 30, arbeite in einem Bürojob, verdiene okay aber nicht üppig. Der Sommer ist gut zum Einlesen, bevor das ganze 2027 losgeht – ich möchte das nicht auf den letzten Drücker entscheiden.

Wenn jemand das mal in einfachen Worten erklären kann, wäre ich sehr dankbar. Gerne auch Links zu guten Erklärungen.


4 Antworten
Lena29
Beiträge: 40
(@lena29)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Kurz gesagt: Ein ETF reicht zum Start, such dir einen mit MSCI World oder ähnlichem, UCITS-Kürzel drauf, TER unter 0,3% – fertig. Den Rest lernst du mit der Zeit. 😊


Antwort
KlausH
Beiträge: 46
(@klaush)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 5 Monaten

Ich hab mich damit auch intensiv beschäftigt, unter anderem im Zusammenhang mit der Anbieterfrage – hab das damals im Anbietervergleich-Thread diskutiert.

Zur ETF-Auswahl für Anfänger: Der einfachste Einstieg ist tatsächlich ein einziger breit gestreuter Welt-ETF, der einen Index wie den MSCI World oder FTSE All-World abbildet. Das reicht für den Anfang vollkommen aus. Du musst nicht mit drei oder vier ETFs starten – das macht die Sache unnötig kompliziert.

Zu deinen Begriffen:
– UCITS bedeutet, der ETF ist nach europäischen Regeln zugelassen. Für das Altersvorsorgedepot brauchst du zwingend UCITS-konforme ETFs – nicht-europäische ETFs (z.B. viele US-amerikanische) sind für Privatanleger in Deutschland ohnedies nicht direkt handelbar.
– Thesaurierend heißt, Gewinne werden automatisch wieder angelegt statt ausgezahlt – für langfristige Altersvorsorge eher vorteilhaft.
– TER ist die jährliche Kostenquote. Unter 0,25% ist bei großen Index-ETFs üblich und okay.
– Replizierend bedeutet, der ETF kauft die Aktien tatsächlich – Gegenteil ist synthetisch (über Tauschgeschäfte). Für Einsteiger empfehle ich physisch replizierende ETFs, ist transparenter.

Nicht alle ETFs sind für das Altersvorsorgedepot erlaubt – Hebel-ETFs, inverse ETFs und bestimmte Rohstoff-Konstrukte fallen raus. Die zugelassenen Anbieter werden eine gefilterte Auswahl zeigen, das wird dir die Arbeit erleichtern.


Antwort
Markus B.
Beiträge: 24
(@markus79)
Eminent Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

KlausH hat das eigentlich schon ganz gut zusammengefasst. Ich würd nur noch ergänzen: mach dir wegen der Begriffe keinen Stress. Die wirken alle schlimmer als sie sind.

Ich hab mich das letzte halbe Jahr auch eingelesen – hab damals auch über die Kosten im ersten Jahr nachgedacht und da wurde mir klar: die laufenden ETF-Kosten (TER) sind bei den großen Standard-Indizes so gering, dass man da kaum falsch liegen kann. Wichtiger ist ehrlich gesagt, dass man überhaupt anfängt.

Ein FTSE All-World oder MSCI World ETF als Einzel-ETF reicht zum Einstieg. Wenn du dann irgendwann mehr willst, kannst du immer noch einen zweiten ETF dazunehmen z.B. für Schwellenländer. Aber das ist kein Muss.

Was ich noch sagen würde: Lies nicht zu viel auf einmal. Du verlierst sonst den Überblick und triffst am Ende gar keine Entscheidung. Ein guter Einstieg ist der kostenlose Kurs der Verbraucherzentrale zum Thema ETF – der ist verständlich ohne zu simpel zu sein.


Antwort
Klaus M.
Beiträge: 35
(@klaus_1975)
Trusted Member
Beigetreten: Vor 4 Monaten

Ich möchte hier mal eine etwas andere Perspektive einbringen, nicht um dich zu verwirren, sondern weil ich glaube das wird oft zu einfach dargestellt.

Der MSCI World ist eine gute Basis, aber er enthält zu fast 70% US-Aktien. Wer das weiß und trotzdem dabei ist – okay. Wer das nicht weiß und glaubt er ist "weltweit diversifiziert" im Sinne von gleichmäßig verteilt, der irrt sich. Das ist kein Fehler an sich, aber man sollte es bewusst wählen.

Ich hab mich mit der ETF-Thematik schon länger beschäftigt, gerade auch im Hinblick auf die MiFID-II-Einschränkungen die uns betreffen – das hab ich im MiFID-II-Thread hier diskutiert. Die Auswahl im Altersvorsorgedepot wird eh eingeschränkt sein, insofern wird man nicht vor einer riesigen Auswahl stehen.

Für dich als Einstieg: Schau dir die Liste der zugelassenen ETFs beim Anbieter deiner Wahl an, sobald die 2027 verfügbar ist. Bis dahin ist Einlesen gut, aber zu viel Grübeln über die perfekte Auswahl bringt dir nichts – die Optionen sind noch nicht final bekannt.


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