Hallo zusammen,
ich höre immer wieder von Altersvorsorgedepots, aber ehrlich gesagt verstehe ich nicht so richtig, was das eigentlich ist und wie das funktioniert. Ist das einfach nur ein normales Depot mit ETFs oder steckt da mehr dahinter?
Ich bin 34 und verdiene ganz okay, aber mit der Rente sieht's ja bekanntlich nicht so rosig aus. Meine Bank hat mir neulich auch sowas angeboten, aber die Beraterin konnte mir nicht so richtig erklären, was der Unterschied zu einem normalen Sparplan ist.
Kann mir jemand mal in einfachen Worten erklären:
- Was macht ein Altersvorsorgedepot besonders?
- Gibt es steuerliche Vorteile?
- Wie komme ich später an mein Geld ran?
- Ist das besser als einfach selbst ETFs zu kaufen?
Jetzt wo das Wetter wieder schöner wird, will ich endlich mal meine Finanzen sortieren, anstatt das immer vor mir herzuschieben.
Danke schon mal für eure Hilfe!
Moin!
Also grundsätzlich ist MarkusH84 schon richtig, aber ich würde noch ergänzen: Es gibt verschiedene Arten von Altersvorsorgedepots. Die klassische Riester-Variante mit Zulagen, aber auch die neue Aktienrente, die gerade diskutiert wird.
Bei den meisten Anbietern kannst du ähnlich wie bei normalen ETF-Sparplänen investieren, nur eben mit den steuerlichen Besonderheiten. Der Vorteil: compound effect ohne Zwischensteuern ist schon heftig über 30+ Jahre.
Aber Vorsicht bei den Kosten! Manche Anbieter haben richtig teure Verwaltungsgebühren. Da können auch ETF-Unterschiede relevant werden - nicht nur bei der Performance.
Mein Tipp: Schau dir die Gesamtkosten an, nicht nur die Steuervorteile. Manchmal ist ein normales Depot + Eigenverantwortung günstiger.
Hallo Herr Weber,
als jemand, der sowohl private Altersvorsorge als auch andere Anlageformen nutzt, kann ich Ihnen sagen: Ein Altersvorsorgedepot ist durchaus sinnvoll, aber kein Allheilmittel.
Die steuerliche Behandlung ist der Hauptvorteil - Sie sparen heute Steuern und zahlen später, meist zu einem niedrigeren Satz. Aber bedenken Sie: Die Politik kann die Regeln ändern. Bei der Riester-Rente haben wir das ja schon erlebt.
Mein Rat aus langjähriger Erfahrung: Mischen Sie! Ein Teil ins Altersvorsorgedepot für die Steuervorteile, ein Teil frei verfügbar für Flexibilität. Ich habe gute Erfahrungen mit beiden gemacht - hatte neulich erst eine Diskussion zu Immobilien als Alternative.
Und vergessen Sie nicht: Bei den meisten Altersvorsorgedepots können Sie ab 85 Jahren eine Kapitalauszahlung wählen statt der Rente. Das ist wichtig für die Erbschaft.
Hi L.Weber,
gute Frage! Ein Altersvorsorgedepot ist im Grunde ein spezielles Depot mit steuerlichen Vergünstigungen. Der große Unterschied zu einem normalen Depot: Du zahlst während der Ansparphase keine Abgeltungssteuer auf Gewinne und Dividenden. Dafür ist das Geld aber bis zum Rentenalter (frühestens 62) gesperrt.
Steuerlich funktioniert es so: Du sparst jetzt Steuern, zahlst aber später bei der Auszahlung. Das lohnt sich besonders, wenn dein Steuersatz im Alter niedriger ist als heute.
Ich hatte übrigens ähnliche Fragen zu Sparplänen - hier im Thread gab's gute Infos zu den Unterschieden zwischen Bank und Broker.
Ob's besser ist als selbst ETFs kaufen, hängt von deiner Situation ab. Kannst du die Sperrfrist verkraften und erwartest niedrigere Steuern im Alter? Dann ja. Willst du flexibel bleiben? Dann eher normales Depot.