Hi zusammen,
ich bin gerade dabei, mich über das neue Altersvorsorgedepot zu informieren und stolpere über so viele Begriffe und Optionen. Da ich absoluter Anfänger bin und noch nie ein Depot hatte, frage ich mich: Was sind eigentlich die typischen Fehler, die man als Neuling am Anfang macht?
Ich hab schon ein paar Artikel gelesen, aber die sind oft sehr theoretisch. Mich würde interessieren, was ihr aus eurer eigenen Erfahrung sagt - worauf hättet ihr von Anfang an achten sollen? Welche Entscheidungen habt ihr später bereut?
Zum Beispiel bei der Broker-Auswahl, der ersten ETF-Wahl oder beim Sparplan-Setup. Gibt es irgendwelche "Hidden Costs" oder Fallstricke, die einem erst später auffallen? Oder typische Denkfehler bei der Strategie?
Wäre super, wenn ihr ein paar praktische Tipps habt, damit ich nicht in dieselben Fallen tappe. Danke schon mal!
Das häufigste Problem ist meiner Erfahrung nach, dass Anfänger viel zu viel recherchieren und dann vor lauter Optionen gar nicht anfangen. Perfectionism ist der Feind des Guten. Ich hab damals monatelang verschiedene ETFs verglichen und TER-Unterschiede von 0,08% überdramatisiert. Am Ende macht es bei kleinen Beträgen kaum einen Unterschied, ob der ETF 0,12% oder 0,20% kostet. Hauptsache du fängst an. Ein solider MSCI World oder FTSE All-World reicht für den Start völlig aus.
Der größte Fehler ist definitiv zu wenig Liquiditätsreserve zu lassen. Hab schon oft gesehen, dass Leute direkt alles verfügbare Geld investieren und dann nach 3 Monaten wieder verkaufen müssen, weil die Waschmaschine kaputt geht. Minimum 3-6 Monatsausgaben sollten aufm Tagesgeld bleiben, bevor du ans Depot denkst.
Was ich oft sehe: Leute verstehen nicht richtig, was sie da eigentlich kaufen. Sie hören "ETF gut" und kaufen dann irgendwas mit ETF im Namen, ohne zu checken, ob das überhaupt zu ihren Zielen passt. Gerade beim Altersvorsorgedepot ist es wichtig zu verstehen, dass das ein langfristiges Spiel ist. Nicht jeden Monat umschichten, wenn irgendwo steht "Emerging Markets sind jetzt heiß" oder so. Ich würd sagen: Erstmal die Basics verstehen, dann einfach anfangen mit nem World ETF-Sparplan. Rest kommt später.
Kann H.Bergmann nur zustimmen! Zusätzlich: Viele machen den Fehler, zu früh zu kompliziert zu werden. Erst mal 70-80% in einen breit gestreuten ETF und gut ist. Ich seh immer wieder Leute, die mit 5-6 verschiedenen ETFs anfangen oder direkt Einzelaktien kaufen wollen. Das geht meist schief.
Außerdem wichtig: Bei der Broker-Wahl nicht nur auf die Gebühren schauen, sondern auch auf die Benutzerfreundlichkeit. Ich hab damals verschiedene Anbieter verglichen und bin bei einem gelandet, der zwar 50 Cent mehr kostet, aber wo ich die App verstehe.