Hallo zusammen,
nachdem ich jetzt ein paar Wochen lang verschiedene Threads hier gelesen habe, dreht sich bei mir alles noch ein bisschen im Kreis wenn es um die Anbieterwahl geht. Ich weiß, dass das Altersvorsorgedepot ab Januar 2027 startet, und möchte die Zeit bis dahin sinnvoll nutzen – also jetzt im Sommer schon mal schauen, bei wem ich überhaupt ein solches Depot eröffnen werde.
Nur: Wie vergleiche ich Anbieter als Einsteiger überhaupt vernünftig? Ich meine, es gibt ja klassische Banken, Direktbanken und Online-Broker. Aber was sind die Kriterien, auf die ich wirklich schauen sollte, und welche klingen nur wichtig, sind es aber am Ende gar nicht?
Ich frag mich zum Beispiel:
- Reicht ein einfacher Kostenvergleich (Depotgebühren, ETF-Sparplankosten) oder steckt da mehr dahinter?
- Wie wichtig ist die Benutzeroberfläche / App-Qualität wirklich?
- Spielt es eine Rolle, ob der Anbieter schon Erfahrung mit geförderten Produkten hat (also z.B. schon Riester angeboten hat)?
- Gibt es technische Aspekte rund um die Anbindung an die Zentralstelle für das neue Depot, die ich kennen sollte?
Bin kein Finanzexperte, hab aber auch keine Angst vor Zahlen. Wäre super wenn ihr mir helft, einen strukturierten Blick drauf zu entwickeln, bevor die Anbieter im Herbst/Winter vermutlich richtig loslegen mit ihren Angeboten. Danke schon mal!
Ich seh das ehrlich gesagt etwas skeptischer als die anderen hier. Der Vergleich jetzt im Sommer 2026 macht meiner Meinung nach nur begrenzt Sinn, weil kein einziger Anbieter seine konkreten Konditionen fürs Altersvorsorgedepot 2027 final kommuniziert hat. Was man jetzt liest sind bestenfalls Absichtserklärungen.
Das ist ein bisschen wie wenn man im Juli schon den Wintermantel kauft – kann passen, muss aber nicht, weil man nicht weiß wie kalt es wird.
Ich würd mich jetzt eher auf die Grundlagen konzentrieren (Förderberechtigung prüfen, Einzahlungsrahmen verstehen, eigene Sparrate planen) und den konkreten Anbietervergleich auf Oktober/November schieben. Dann hat man belastbare Zahlen.
Also ich find den Punkt mit der Riester-Erfahrung eigentlich gar nicht so unwichtig, wie man erstmal denkt. Nicht weil die alten Riester-Prozesse irgendwie übertragbar wären – die waren ja bekanntlich ein bürokratisches Chaos – sondern weil Anbieter, die das jahrelang gemacht haben, zumindest wissen, wie man mit der ZfA bzw. dem Nachfolgesystem kommuniziert und wie man Förderanträge technisch abwickelt.
Neu-Broker ohne diesen Hintergrund können natürlich auch gut sein, müssen dann aber beweisen, dass sie die Anbindung sauber hinbekommen. Ich war selbst lange unsicher, hab dann aber in Vorbereitung schon mal gesammelt was ich an Unterlagen brauche – mehr dazu im Unterlagen-Thread.
Zum Kostenvergleich: bei einem langfristigen Sparplan kann schon ein Unterschied von 0,1% p.a. in den ETF-Kosten über 30 Jahre erheblich sein. Also wirklich genau hinschauen, was der Anbieter an Fonds tatsächlich anbietet, nicht nur wie günstig die Depotführung klingt.
Hab mich das gleiche gefragt, als ich angefangen hab mich mit dem Thema Depotkosten zu beschäftigen – dazu gibt's hier im Forum auch einen eigenen Thread, den ich sehr empfehlen kann: Depotgebühren und versteckte Kosten.
Was ich für mich mitgenommen hab: nicht nur die Jahresgebühr anschauen, sondern ob bei Entnahmen im Alter oder bei Depotübertrag Kosten entstehen. Gerade wenn man den Anbieter nach Jahren wechseln will, können da böse Überraschungen lauern. Ich würd also auch die Exit-Kosten von Anfang an im Blick behalten.
Gute Frage, ich hab mich das auch eine Weile gefragt. Aus meiner Sicht gibt es drei Ebenen beim Anbietervergleich:
1. **Kosten**: Depotgebühr pro Jahr, Ordergebühren bzw. Sparplankosten, ETF-Auswahl (Anzahl kostenloser Sparpläne). Das ist das Offensichtlichste und lässt sich gut tabellieren.
2. **Technische Anbindung**: Das ist fürs neue Depot tatsächlich relevant. Die Anbieter müssen an die zentrale Förder-Infrastruktur angebunden sein, damit die staatliche Zulage automatisch gutgeschrieben werden kann. Nicht jeder Broker wird das gleich sauber umgesetzt haben – ich würd auf etablierte Anbieter setzen, die das Thema aktiv kommunizieren.
3. **Stabilität und Service**: Klingt langweilig, aber wenn der Anbieter bei Fragen zur Förderabrechnung keinen kompetenten Support hat, nervt das auf Dauer.
Die Benutzeroberfläche würde ich persönlich nachrangig einordnen – man gewöhnt sich an fast alles. Ich hab dazu übrigens auch schon im Thread zu Steuerabzug beim AVD vs. Rentenversicherung geschrieben, wo ähnliche Fragen zur Abwicklung aufkamen. Grundsätzlich: je transparenter ein Anbieter seine AVD-Konditionen veröffentlicht, desto besser.