Hallo zusammen,
ich bin Rentner und beschäftige mich seit einigen Monaten intensiv mit dem Geförderten Altersvorsorgedepot 2027. Was mich besonders umtreibt: Ich bin jetzt in einem Alter, wo das Thema Kapitalerhalt eine andere Rolle spielt als für jemanden mit 30 Jahren vor der Rente. Dennoch frage ich mich, ob Garantieprodukte innerhalb des neuen Depots für mich noch sinnvoll sein könnten – oder ob die Kosten den eigentlichen Nutzen schlicht auffressen.
Konkret verstehe ich nicht ganz, wie die Effektivkosten bei Garantieprodukten tatsächlich berechnet werden. In den Produktblättern stehen mal 1,2%, mal 1,8% – aber was ist da jeweils eingerechnet und was nicht? Bei klassischen ETF-Depots ist das ja noch einigermaßen transparent, aber sobald eine Garantiekomponente dazukommt, wird das Kleingedruckte sehr unübersichtlich.
Dazu kommt meine spezifische Situation: Als Rentner bin ich zwar förderberechtigt (soweit ich das verstehe), aber die Laufzeit bis zum Auszahlungsbeginn ist natürlich kürzer. Macht eine Garantie da überhaupt noch Sinn, wenn der Puffer für Verluste ohnehin klein ist und die Garantiekosten gleichzeitig die Rendite drücken?
Ich würde mich sehr über Erfahrungen oder Einschätzungen freuen – besonders von Leuten, die sich mit der Kostenstruktur solcher Produkte wirklich auskennen. Vielen Dank im Voraus!
Werner K.
Ich bin zwar gerade ganz woanders gedanklich (Kinderzulage, neues Baby, das ganze Chaos 😅), aber zu Garantieprodukten hab ich tatsächlich was gelesen: Die gelten oft als "sicher", haben aber Kosten die man unterschätzt. Gerade bei kurzer Restlaufzeit frag ich mich auch ob das Sinn macht – aber da bist du der Experte, nicht ich!
Hallo Werner,
als Wiedereinsteigerin nach längerer Familienzeit beschäftige ich mich gerade auch neu mit dem ganzen Thema – insofern denke ich von einer ganz anderen Richtung her als du. Aber genau deswegen finde ich deine Frage interessant.
Zum Thema Garantieprodukte und Effektivkosten: Das, was du beschreibst mit den unterschiedlichen Prozentsätzen, ist leider typisch. Garantien kosten Geld, weil der Anbieter sich absichern muss – das passiert meistens über Optionsstrukturen im Hintergrund, und diese Kosten tauchen nicht immer transparent auf. Bei kurzen Anlagehorizonten (und als Rentner hast du ja einen anderen Zeithorizont als ich) ist das besonders kritisch, weil du schlicht weniger Zeit hast um eventuelle Renditeverluste zu kompensieren.
Meine persönliche Einschätzung: Für jemanden in deiner Situation könnte ein defensiv aufgestelltes ETF-Portfolio ohne Garantie tatsächlich günstiger und flexibler sein – aber das hängt natürlich sehr von deiner individuellen Risikobereitschaft ab. Ich habe mich da noch mit dem Rendite-Vergleichsrechner für Riester vs. AVD beschäftigt – vielleicht hilft dir das zumindest für einen ersten Überblick.
Werner, ich sehe das etwas kritischer als die anderen hier. Ich glaube, du solltest erst mal grundsätzlich klären, ob du als Rentner überhaupt in den vollen Förderkreis des AVD 2027 fällst. Die Förderberechtigung hängt ja davon ab, ob man noch Pflichtbeiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung leistet oder einer gleichgestellten Gruppe angehört – und das trifft auf Rentner in der Regel eben nicht mehr zu. Ich habe mich selbst intensiv mit der ZfA-Bewertung nach Auszeiten beschäftigt (andere Konstellation, aber ähnliche Grundfrage zur Berechtigung), und da gibt es wirklich viele Fallstricke.
Wenn die Förderberechtigung nicht gegeben ist, dann sind Garantieprodukte innerhalb des AVD sowieso hinfällig – dann wäre ein normales Depot mit einem defensiven ETF-Mix womöglich sinnvoller und günstiger. Ich würde an deiner Stelle wirklich zuerst diese Grundfrage mit einem unabhängigen Berater klären, bevor du dich in Kostenstrukturen von Garantieprodukten verlierst.