Wie Heinz oben schreibt, ist die Formel eigentlich relativ simpel. Was viele unterschätzen: Der Zinseszinseffekt arbeitet bei höherer Inflation quasi gegen dich – weil das Kapital zwar nominal wächst, aber die zukünftige Kaufkraft eben massiv schlechter ist.
Ich hab das mal in einer Tabelle durchgerechnet (bin beruflich etwas zahlenaffin):
Monatliche Einzahlung 200 Euro, 30 Jahre, 7% Nominalrendite:
- Bei 2% Inflation: Reales Endvermögen ca. 136.000 Euro (Kaufkraft heute)
- Bei 6% Inflation: Reales Endvermögen ca. 68.000 Euro (Kaufkraft heute)
Also grob halbiert. Das ist brutal, wenn man das so direkt sieht.
Zur Frage ob Einmalzahlung oder monatlich: Das Prinzip ist identisch, die Realrendite-Formel gilt genauso. Bei monatlichen Einzahlungen mittelt sich der Effekt etwas, weil spätere Einzahlungen weniger Zinseszinszeit haben – aber die Inflationserosion ist dieselbe. Den Kostendeckel hab ich übrigens auch hier zu Gebühren besprochen – Kosten und Inflation zusammen können die Rendite wirklich brutal drücken.
Ich seh das etwas anders als Heinrich – 6% als unrealistisch abzutun find ich ehrlich gesagt etwas leichtfertig. Wir hatten 2022 in Deutschland über 8% und das war kein kurzer Ausrutscher sondern hat sich über fast zwei Jahre hingezogen. Wer damals Riester hatte weiß was das bedeutet (ich hab da übrigens hin und her überlegt, wie ich im Riester-Thread beschrieben hab).
Für das neue Depot ab 2027 finde ich den Vergleich genau richtig. Die Erkenntnis ist: Bei dauerhaft 6% Inflation hilft selbst ein guter ETF-Zinseszins kaum noch, weil real fast nichts übrig bleibt. Das sollte man beim Planen im Kopf haben.
Was Marco noch nicht erwähnt hat: Steuern kommen on top. Die Abgeltungssteuer auf Nominalgewinne frisst auch bei der realen Rechnung mit rein – man versteuert ja auch den Inflationsanteil der Gewinne. Das macht die Sache nochmal etwas ungünstiger.