Ich hab ne ganz simple Faustregel: Was passiert im schlimmsten Fall? Wenn du morgen nicht mehr arbeiten kannst ohne BU – dann bist du auf Grundsicherung angewiesen. Wenn du kein Depot hast – dann fehlt dir Alterskapital. Beides ist blöd, aber ersteres passiert viel schneller und trifft dich sofort.
Also BU zuerst. Der Depot-Einstieg 2027 bleibt dir ja erhalten, du kannst auch mit kleiner Rate starten.
Ich hab selbst damals als Azubi kaum Geld gehabt und mir trotzdem früh eine BU abgeschlossen – das war die beste Entscheidung. Im Nachhinein.
Noch ein Hinweis: Schau dir die Berufsgruppen-Einstufung genau an. Grafikdesigner wird je nach Anbieter unterschiedlich eingestuft, das kann erhebliche Preisunterschiede machen. Lohnt sich, mehrere Angebote zu vergleichen, bevor du dich festlegst.
Das kenne ich – ich hab mich im Einstiegs-Thread auch gefragt, ob ich mit knappem Netto überhaupt sinnvoll sparen kann. Die BU-Frage ist aber nochmal eine eigene Baustelle.
Meine Meinung: Die BU hat absolute Priorität gegenüber dem Depot. Wenn du berufsunfähig wirst – und als Grafikdesigner gibt's da durchaus Risiken (Rücken, Augen, psychische Belastung) – hilft dir das schönste Depot nichts, wenn du gleichzeitig kein Einkommen mehr hast und das angesparte Kapital angreifen musst.
Ich würde eher die Depot-Sparrate im ersten Jahr knapper halten und die BU ordentlich absichern. Selbst die Mindestförderung mitzunehmen macht Sinn, aber bitte nicht auf Kosten des Risikoschutz. Das wäre meiner Ansicht nach der größere Fehler.
Ich begleite dieses Thema schon seit vielen Jahren und kann aus Erfahrung sagen: Arbeitskraft absichern geht vor Vermögensaufbau. Immer.
Das bedeutet nicht, dass du auf das Depot verzichten sollst – aber die Reihenfolge ist klar: Erst den Grundschutz sicherstellen (BU, ggf. auch Haftpflicht), dann den Vermögensaufbau optimieren. Eine BU, die wirklich greift, bedeutet in der Regel mindestens 60–70% des letzten Nettoeinkommens als versicherte Rente. Alles darunter ist oft zu wenig, um tatsächlich davon leben zu können.
Beim Depot ist hingegen Flexibilität möglich – du kannst die Sparrate im ersten Jahr niedriger ansetzen und später steigern, wenn sich das Gehalt entwickelt. Das Depot läuft ab 2027 an, Anpassungen sind möglich. Eine einmal schlechte BU zu einem günstigen Moment zu verbessern ist dagegen schwieriger, weil Gesundheitsprüfungen mit dem Alter aufwändiger werden.
Kurz: Lieber 50€ weniger im Depot als bei der BU knapsen.