Hallo zusammen,
ich beschäftige mich gerade intensiv mit dem neuen Altersvorsorgedepot 2027 und merke, dass mir beim Thema Risikomanagement eine wichtige Dimension fehlt – nämlich die Frage, was passiert, wenn ich als Selbständiger mal eine längere Phase ohne Einnahmen habe.
Ich bin freiberuflich tätig und habe natürlich keine Betriebsrente, keinen Arbeitgeberzuschuss, nichts. Wenn ich dauerhaft in das neue Depot einzahlen will, muss ich ja irgendwie sicherstellen, dass ich bei einem schlechten Quartal oder einer Auftragsflaute die Einzahlungen auch wirklich aufrechterhalten kann – oder zumindest nicht in Panik gerate und alles umwerfe.
Konkret frage ich mich:
1. Macht es Sinn, einen separaten "Einzahlungspuffer" nur für das Depot anzulegen, damit ich auch in schwachen Monaten die Beiträge leisten kann?
2. Oder sollte ich lieber flexibel bleiben und in guten Jahren mehr einzahlen, um schlechte auszugleichen?
3. Gibt es aus eurer Sicht einen sinnvollen Aufbau für die Liquidität als Selbständiger, bevor man überhaupt anfängt, ernsthaft ins Depot zu investieren?
Natürlich ist das alles noch etwas theoretisch, weil das Produkt ja erst ab 2027 startet – aber die Planungsphase ist jetzt, und ich will das nicht auf die lange Bank schieben. Gerade im Sommer, wenn die Auftragslage manchmal etwas ruhiger ist, nehme ich mir die Zeit dafür.
Freue mich auf eure Einschätzungen.
Gute Frage, ich hab mich damit auch schon auseinandergesetzt – gerade im Kontext der Förderbeträge, die ja noch nicht final feststehen (hab dazu auch hier im Thread zum Koalitionsvertrag geschrieben).
Mein Ansatz für die Planung: Als Selbständiger würde ich mindestens 6 Monate laufende Kosten als allgemeinen Notgroschen vorhalten, bevor ich überhaupt anfange, regelmäßig ins Depot einzuzahlen. Darüber hinaus halte ich einen separaten kleineren Puffer für genau das, was du beschreibst – damit die Depoteinzahlungen auch in schlechten Monaten nicht sofort wegfallen.
Dein Punkt mit "in guten Jahren mehr einzahlen" klingt erstmal logisch, aber ich bin da skeptisch. Das setzt voraus, dass du in guten Jahren diszipliniert genug bist, wirklich mehr einzuzahlen und das nicht für anderes verwendest. Die Erfahrung zeigt, dass das schwieriger ist als man denkt.
Ein Einzahlungspuffer speziell fürs Depot, vielleicht 3-4 Monatsbeiträge auf einem Tagesgeldkonto geparkt, ist meiner Meinung nach sinnvoller. Das gibt Planungssicherheit ohne die Flexibilität vollständig aufzugeben.
Ich seh das etwas anders als CodeInvestor_87 oben. Einen separaten Einzahlungspuffer extra furs Depot klingt ordentlich, aber ehrlich gesagt – das ist noch eine weitere Liquiditätstranche die du mental verwalten musst. Ob das wirklich besser ist als einfach einen großzügigeren allgmeinen Notgroschen? Bin nicht überzeugt.
Für mich wäre der klarere Ansatz: Erst wenn deine Gesamtliquidität als Selbständiger wirklich steht (und ich meine mindestens 6, besser 9 Monate), dann erst fang mit dem Depot an. Und dann mit einem Betrag, der auch in einem richtig schlechten Monat noch problemlos leistbar ist. Lieber kleiner anfangen als mit zu hohen Einzahlungen rein und dann nach einem halben Jahr alles umwerfen müssen.