Ich bin da generell skeptisch ob man sich das alles so genau ausrechnen kann. Natürlich ist der Spread relevant, aber für einen 40-Jahres-Sparplan der ab 2027 läuft? Da macht eine Optimierung um 0,05% beim Spread wirklich kaum den Unterschied.
Viel kritischer sehe ich die Frage, ob das Altersvorsorgedepot überhaupt politisch stabil bleibt – ich hab mich dazu schon ausgelassen unter Politikwechsel vor Altersvorsorgedepot-Start. Wenn die Rahmenbedingungen kippen, nützt die beste Spreadoptimierung nichts.
Aber okay, wenn man sich damit beschäftigen will: Außerbörslicher Handel nachts oder am Wochenende ist definitiv zu meiden. Das ist eigentlich das einzige was wirklich wehtun kann.
Ich glaub der Punkt mit den Sparplan-Ausführungszeiten wird beim Altersvorsorgedepot noch kaum diskutiert, dabei ist das nicht trivial. Hab mal nachgerechnet (war Teil meiner Überlegungen im Inflationsrisiko-Thread): wenn Sparpläne immer zu festen Zeiten laufen und der Broker die Ausführung z.B. auf 12:00 Uhr Xetra legt, ist das eigentlich ganz okay. Problematischer sind Anbieter die abends nach Xetra-Schluss über außerbörsliche Handelsplätze ausführen – da können Spreads deutlich höher liegen, manchmal 0,2–0,5% je nach ETF.
Gesamt sollte man also beim Anbietervergleich nicht nur auf Depotgebühren schauen sondern auch fragen: Wo und wann wird mein Sparplan ausgeführt? Das steht meistens im Kleingedruckten der AGB, nicht im Preisverzeichnis.
Kurz und knapp: MSCI World ETFs von iShares (IE00B4L5Y983) und Xtrackers (IE00BJ0KDQ92) haben auf Xetra Spreads von oft unter 0,05% in normalen Marktphasen – hab das selbst beobachtet. Außerbörslich zu Randzeiten kann das locker das Dreifache sein. Finger weg von Exoten-ETFs mit Fondsvolumen unter 200 Mio., die Spreads sind dort strukturell weiter.